Hier eine ganz interessante Aufstellung, welche Google-Suchen während der Oscar-Verleihung durchgeführt wurden. Klar zu erkennen: Der totale Underdog-Status des exzellenten The Hurt Locker, der dann insgesamt sechs der goldenen Herren einstreifte. Ich habe mir den Film übrigens am Sonntagnachmittag vor der Zeremonie angesehen – und so müßig war nur wenige Stunden später keine Filmkritik jemals. Nur der Vollständigkeit halber sei gesagt, dass ich diesem Film 8.7/10 gebe. Ein sehr aktueller und auch dankenswert unpolitischer Kriegsfilm, der mit harten Kontrasten und einer wunderbaren Visualisierung beinahe ohne CGI punktet.
Eidesstattlich.
Der Hans verlangts, der Hans bekommts. Reichsmutter Barbara Rosenkranz wirft sich vor dem greisen Hans Dichand in den Staub, vergräbt das Gesicht darin und überreicht ihm das geforderte Schreiben, in dem sie sich von ihren rechtsextremen Ansichten distanziert. Beim Verlesen dieser Erklärung verschluckt sie vor verlogenem Verleugnen ihrer seit Jahrzehnten gelebten Einstellungen beinahe die eigene Zunge.
Abgesehen von der menschlichen Kleinheit dieses Demutsaktes an sich – die Krone-Unterstützung ist einfach zu verlockend für irgend eine Art von Würde oder Stolz – muss man schon innehalten und bedenken: Was genau sagt das über ein Land aus, in dem sich die Zweitplatzierte bei der Wahl zum höchsten Amt im Staat schriftlich von einem massenmörderischen Regime distanziert? Oder besser, per Zuruf aus einer vielleicht nicht ganz so dunkel- aber doch braunen Ecke distanzieren muss?
Eigentlich entbehrt so ein beispielloser Vorgang jeder Grundlage für einen originellen Gedanken, den man in einem Kommentar verwerten könnte. Im Endeffekt ändert das gar nichts. Die Dummen und der harte braune Bodensatz werden brav kreuzerln was die Krone befiehlt (und werden wieder nichts gewusst haben wollen), die G’scheiteren würden sich ohnehin eher die Hand abhacken als Rosenkranz zu wählen. Die Kronen Zeitung wird in den letzten Wochen bis zur Wahl wieder trommeln was das Zeug hält, denn nicht Einstellungen oder Taten, sondern einzig und allein der Grad des Arschkriechens bei Herausgeber Hans Dichand bestimmen den Sympathiefaktor der mächtigsten Zeitung der Welt. Was Rosenkranz heute gemacht hat, dürfte der ultimative, kaum zu toppende Kriechexzess sein. Verlieren wird sie trotzdem, doch muss man einen Pyhrrussieg des farblosen aber ideologisch größtenteils unverdächtigen Heinz Fischer befürchten.
Der einzige Trost ist eigentlich, dass diese wohl Dichands letzte große Wahl sein wird. So grausam es klingt, je eher dieses Problem eine natürliche Lösung findet, desto besser für das Land.
P.S.: Dieser Bloggerkollege, dem ’solche’ Kreise offenbar weniger ausmachen als mir, hat sich in die rechten Untiefen des Web begeben und festgestellt, dass die Botschaft loud and clear angekommen ist.
And one more thing.
Habe vor Kurzem hier Google-Werbungen eingebaut. Vielleicht kann ich mir ja ca. 2038 eine Wurstsemmel von den Einkünften kaufen. Aber warum zum Teufel werden beinahe ausschließlich Inserate von Anwaltsgesocks ausgeliefert? Mir ist klar, dass da mitgelesen wird und die Anzeigen zum Inhalt passen, aber hier gehts doch großteils um andere Dinge als rechtliche? Was daher kommen könnte, dass ich in die Richtung nicht genug Ahnung habe, um darüber zu schreiben!
Hakenkreuzerl.
Es ist faszinierend. Hatte kürzlich eine Idee, die ich heute mit einem Zeitaufwand von ca. 20 Minuten in die Tat umgesetzt habe: Wie wäre es, im Internet dazu aufzurufen, mit einem Hakenkreuz an der richtigen Stelle am Wahlzettel für Barbara Rosenkranz zu stimmen (ursprünglich war die Wiener Landtagswahl angedacht, doch die Babsi eignet sich eigentlich VIEL besser). Vom Wahlrecht her kein Problem, da nur der Wählerwille klar erkennbar sein muss. Der Kreuzerlmaler hat auch nichts zu befürchten, da die Wahl ja anonym ist.
Gesagt, getan, Domain ‘hakenkreuzerl.info’ gekauft und eine Billigstseite gebastelt.
Dafür habe ich innerhalb eines halben Tages sehr wenig Werbung betrieben und das ausschließlich per öffentlich zugänglicher Kommunikation zB per Facebook und dem Forum auf derstandard.at
Zwischen 12.00 Uhr und 23.00 Uhr habe ich insgesamt 24 beifällige E-Mails erhalten und das trotz keinerlei Kontaktinformation auf der Seite. Schön, dass der Domain-Lookup so allgemein bekannt ist
Nach der 25. Pro-Mail habe ich die Seite wieder offline genommen. Nein, ich habe keine Angst vor Strafverfolgung, denn es gibt Hunderte viel schlimmerer Seiten im Netz, deren Betreibern – die es ja ernst meinen – auch nichts passiert. Ich wollte mir selbst beweisen, wie gut diese Art der Propaganda im Netz funktioniert und bin selber überrascht. Man weiß das ja eigentlich und es wurden auch keine konkreten Schritte der Bekanntmachung gesetzt, und doch… es überrascht, wenn man es dann selbst erlebt. Vor allem deshalb, weil auch keinerlei direkte Beschimpfungen per Mail eingetrudelt sind. Ein paar negative Antworten auf Threads, das ist alles.
Kurz gesagt, mir graust. Daher habe ich das wieder beendet. Nicht aus Angst vor irgend einer Art der Verfolgung, sondern weil diese Dinge durchaus das Potenzial haben, zum Selbstläufer zu werden. Eine Randnotiz, die ein gelangweilter Kollege auf einer Newsseite veröffentlicht und die fiktive Zielgruppe nimmt das auch noch ernst. Und nein, das will ich bei genauerem Überlegen eigentlich nicht. Auch wenn das Ergebnis interessant wäre. Wie viele würden sich finden, die so einen Schwachsinn dann tatsächlich machen?
Codes.
Besser kann man nicht erklären, was genau da Bundespräsidentin werden will. Danke an die Presse für klare Worte! Es wird immer klarer, was ein Freund von mir zu sagen pflegt: Diese Wahl wird eine Nazizählung und sonst gar nichts.
Als Barbara Rosenkranz, Präsidentschaftskandidatin der FPÖ, diese Woche gefragt wurde, ob sie die Existenz von Gaskammern in Zweifel stelle, stahl sie sich um eine Antwort herum: „Mein Geschichtsbild ist das eines Österreichers, der zwischen 1964 und 1976 in österreichische Schulen gegangen ist. An diesem Geschichtsbild habe ich keine Abänderung vorzunehmen.“
Es war das alte Lied. Wenn FPÖ-Politiker über den Nationalsozialismus sprechen, tun sie es bisweilen in codierter Form, die zweierlei zum Zweck habe: Nicht mit dem NS-Verbotsgesetz in Konflikt zu kommen – und nach innen trotzdem die richtigen Signale zu senden, sagt Brigitte Bailer-Galanda, Leiterin des Dokumentationsarchivs des Österreichischen Widerstandes (DÖW). „Ich akzeptiere die allgemeine Meinung“ sei hier eine beliebte Redewendung. Oder auch: „Ich nehme zur Kenntnis, was erforscht ist.“
Der Zeithistoriker Oliver Rathkolb nennt diese Form der Meinungsäußerung „ein System des Durchlavierens“, das er auf ein „massiv gestörtes Verhältnis“ zur Auseinandersetzung mit Hitler-Deutschland und damit auf die Erziehung zurückführt: „Man sieht, wie tief das sitzt. Es gibt Elitenkontinuitäten in der FPÖ, vererbt von den Vätern und von den Großvätern.“ Aus Strafprävention werde der Holocaust dann einerseits zwar nicht geleugnet, andererseits würden aber auch keine klaren Positionen bezogen.
Kalkulierter „Tabubruch“
Beispiele dafür gibt es genug, auch aus der Gegenwart. Für die Salzburger Landwirtschaftskammerwahl Ende Februar warb die Freiheitliche Bauernschaft mit dem Slogan „Reinrassig und echt“. Er fand sich, neben einer Kuh und dem Foto von Kandidat Alois Nußbaumer, auf den Plakaten, mit denen die „EU-Agrarknechtschaft“ gegeißelt wurde.
Weniger unverblümt stieß sich im Juni 2001 ein gewisser Ewald Stadler, damals FPÖ-Politiker, mittlerweile zum BZÖ übergelaufen, an den Behauptungen der „gnadenlosen Gutmenschen und Tugendterroristen“: „1945, und das ist zur Staatsideologie geworden, sind wir angeblich vom Faschismus und von der Tyrannei befreit worden“, polterte er– pikanterweise bei einer Sonnwendfeier der Familie Rosenkranz im niederösterreichischen Seebarn. Dahinter ortet der Historiker Rathkolb taktisches Kalkül: „Der Tabubruch stärkt intern die Gruppe und schafft nach außen hin Öffentlichkeit.“
Unvergessen ist auch Jörg Haiders Sager von der „ordentlichen Beschäftigungspolitik im Dritten Reich“. Oder Heinz-Christian Straches Art und Weise, sich ein oder besser drei Bier zu bestellen: Auf einem Foto, das den jungen FPÖ-Chef mit ausgestrecktem rechten Arm zeigt, wollten seine Kritiker den Kühnengruß, eine Abwandlung des Hitlergrußes, erkannt haben.
Codes und Chiffren, Symbole und Zeichen seien „eine beliebte Masche“ im rechten bis rechtsextremen Lager, sagt Rathkolb. Er erinnert an die „Ostküste“ der Vereinigten Staaten, die im einschlägigen Sprachjargon keine geografische Bedeutung habe, sondern eine Anspielung auf jüdische Organisationen in New York sei. Wenn vom „amerikanischen Finanzkapital“ die Rede sei, werde immer auch eine jüdische Weltverschwörung im Hintergrund suggeriert.
Dass rechtsextreme Kreise auch eine Affinität zu Zahlenkombinationen haben, zeigte sich unter anderem, als Mitarbeiter des Dritten Nationalratspräsidenten, Martin Graf, im Vorjahr der Bestellung bei einem zweifelhaften deutschen Versand überführt wurden. Unter den Artikeln fand sich ein T-Shirt, das mit dem Reichsadler und der Zahl „88“ bedruckt war. Sie steht für den achten Buchstaben im Alphabet und wird als Code für „Heil Hitler“ verwendet.
„Die Zukunft der weißen Kinder“
Die Chiffren sind schier unerschöpflich: „19/8“ spielt auf den 19. und den achten Buchstaben an und meint „Sieg Heil“. „444“ drückt als Synonym für „Deutschland den Deutschen“ die Unerwünschtheit von Zuwanderern aus. „14 words“ geht auf ein Zitat des US-amerikanischen Rechtsterroristen David Lane zurück: „We must secure the existence of our people and a future for white children.“ Österreich wird gemeinhin als „Ostmark“ bezeichnet. Und mit „Mitteldeutschland“ sind die ostdeutschen Bundesländer gemeint, weil das „Großdeutsche Reich“ Ostpreußen einschließt.
Barbara Rosenkranz streift an solcherart Bezeichnungen nicht im Entferntesten an. „Sie war immer sehr vorsichtig“, sagt DÖW-Leiterin Bailer-Galanda. Für Rathkolb steht die Präsidentschaftskandidatin damit in der Tradition der FPÖ-Frauen: „Rosenkranz gehört dem rechten Rand an, aber sie kommuniziert sehr geschickt, ja fast schon klavierspielend.“ Nur der Geschichtsunterricht, auf den sich Rosenkranz in ihrer Äußerung berief, stellt für beide Wissenschaftler dann doch eine neue Dimension des systematischen „Durchlavierens“ dar. Denn in jener Zeit, in den 60er- und 70er-Jahren, sei der Holocaust in den Schulen noch weitestgehend verschwiegen worden. (“Die Presse”, Print-Ausgabe, 06.03.2010)
Linux.
Schade. Ich hatte ja gehofft, dass Nordkorea auf allen drei Computern im Land Raubkopien von Windows 95 verwendet. Dann hätte Microsoft dieses merkwürdige kleine Land einfach verklagen können. Mit 2000 Dollar Strafe wäre das Regime dann am Ende gewesen und alle gewinnen. Naja, dann eben nicht
Kellernazi.
Es erübrigt sich, recht viel über die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz zu schreiben. Der EUGH hat offiziell festgestellt, dass es völlig in Ordnung ist, sie als ‘Kellernazi’ zu bezeichnen, die Namen der zehn Kinder sprechen Bände, der Göttergatte ist im schwammigen Graubereich zwischen rechtem Flügel der FPÖ und dem Verbotsgesetz tätig, und die gute Frau selbst lässt keine Gelegenheit aus, sich im ganz braunen Sumpf umzutun. In der Öffentlichkeit gibt sie sich sachlich. Stramm rechts, aber nie in Berührung mit dem ganz Ekelhaften. Sobald die Kameras aus sind, zeigt sich das wahre Gesicht.
Die feine Sache ist… bei der Bundespräsidentenwahl zählt diesmal keine der üblichen Ausreden, mit denen FPÖ-Erfolge kleingeredet werden. Protestwahl, nicht gewusst, blabla. Nein. Diesmal liegt klar auf dem Tisch, wer da antritt. Im besten Fall (von einer nicht geistesgestörten Perspektive) bekommt sie 10 Prozent und alles ist gut. Im schlechtesten bekommt sie 30. Auf jeden Fall wird völlig klar sein, wie hoch der Anteil der ÖsterreicherInnen ist, die einen ausgewiesenen Nazi als Bundespräsidentin haben wolle. Kein Herumrechnen, keine Wählerstromanalysen, bei der Machtlosigkeit des BPs eigentlich überhaupt keine Analysen – die Zahl wird zeigen, wie es steht im Land. Persönlich habe ich ein ungutes Gefühl. Man kann nur hoffen, dass die anderen Parteien die richtigen Schlüsse ziehen werden, und das ist kein weiterer Rechtsruck. Zu befürchten ist Nein, aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt.
Bravo Gsiberg.
Schön, dass sich auch das ‘andere’ Österreich abseits von rechten Hassparolen und hinterfotzigen Abschiebungen mitten in der Nacht hin und wieder einmal sehen lässt. Zivilcourage vom Feinsten – Gratulation nach Vorarlberg!
Ausgemahnt.
Eine der unsympathischsten Gestalten in einem ohnehin unsympathischen Gewerbe hat scheinbar das Einsehen bekommen und sich selbst erschossen: Der berüchtigte Freiherr von Gravenreuth, selbsternannter Raubkopienjäger und nie um einen Trick aus der alleruntersten Schublade verlegen, aus teilweise nichtigen Gründen gewaltige Beträge an ‘Schadenersatz’ herauszupressen einzumahnen.
Mit welchen Tricks diese Kakerlake vorging, dokumentiert unter Anderem dieser Artikel des Spiegel sehr schön. Da kann man wirklich nur sagen… das Mitleid hält sich in Grenzen. Und hoffentlich ist das Schicksal von Gravenreuths ein Beispiel für sämtliche Jungspunde, die versuchen, sich mit ähnlichen Maschen an Kindern und Ahnungslosen zu bereichern:
Zorro der Software
Hallo Martin”, säuselte Michaela aus Gladbeck in einem Brief, “ich habe Deine Anzeige im Computer-Flohmarkt gelesen” und “mir gedacht”, schreib mal, “vielleicht können wir ja Spiele tauschen”. Fürs erste bat die Schülerin um die Computerspiele “Waterloo, Robocop und Last Ninja” und verhieß (“Mein Foto kannst Du behalten”) für die Zukunft ein bißchen mehr – “bis dann Martin und tschüsssiii Michaela”.
Tanja, wie Michaela aus Gladbeck und ebenfalls “fast 16 Jahre alt”, schmachtete Computerfan Udo an. Kopien der PC-Spiele “Waterloo, Robocop und Last Ninja” hätte sie gern. Und ähnlich schmeichelte sich Monika aus Essen (“Ich bin 15 Jahre alt, 168 groß und wiege circa 59 Kilo”) bei Kai ein, die PC-Spiele “Sim City, Bubble Bobble” oder “Barbarian” wünschte sie sich.
Was als Teenagerfreundschaft hätte beginnen können, fand rasch sein Ende. Wer arglos auf den Briefwunsch der Computermädchen einging, der erhielt vielfach Post von der Münchner Anwaltskanzlei Günter Freiherr von Gravenreuth & Partner.
“Sie haben Plagiate von Computerprogrammen vervielfältigt und verbreitet”, ließ die Kanzlei darin wissen und bat dann, “die geltend gemachten Kosten” von “DM 1934,07″ oder “DM 1114,54″ zu begleichen.
Der Münchner Anwalt Gravenreuth, 45, ist seit Jahren mit Rahmenverträgen von Programmierfirmen wie Software United ausgestattet und macht Jagd auf Spiele-Piraten. Woher der Bayer die Herzenswünsche der Ruhrgewächse Michaela, Tanja und Monika kennt, deutet er nur an. “Gewisse Sachen”, orakelt Gravenreuth, “kommen einfach zu uns.”
Das überrascht. Die computerverliebten Teenies (“Hobbys hab’ ich erst mal den PC”) sind unter den angegebenen Namen und Adressen nämlich unbekannt. Die Software-Bettelbriefe an jugendliche Computerfreaks, so ermittelte das Computerfachblatt c’t – Magazin für Computertechnik, hätten sich “allesamt als fingiert erwiesen”.
Unter Michaelas und Tanjas Adresse in der Tunnelstraße etwa nahm der Gladbecker Ralf Bellendorf die Antwortschreiben an die fiktiven Empfängerinnen entgegen. Und weil die PC-Welt nun einmal klein ist, sind der Münchner Anwalt und der Gladbecker Briefkasten-Onkel einander nicht fremd – “man kennt sich”, räumte Bellendorf ein.
Freimütig bekannte Gravenreuth dem Computermagazin c’t, daß “mehrere Personen”, die Tanjas Lockungen erlagen, von seiner Kanzlei auf “Schadensersatz in Anspruch genommen wurden”. Insgesamt, so das Fachblatt über die Tanja-Masche, seien “Hunderte solcher Briefe” an Computerfans verschickt worden.
Den Trick, PC-Jünglinge mit Teenie-Lockbriefen zu verführen und sie als potentielle Raubkopierer zu entlarven, findet Gravenreuth schwer in Ordnung: “95 Prozent der Computerfreaks”, so der Anwalt, “sind nun mal männlich.” Der szenebekannte Streiter für saubere Software arbeitet, nach eigenem Bekenntnis, auch “mit Privatdetektiven und Ex-Raubkopierern zusammen”.
Als “Testbesteller” filzen seine bekehrten Sünder zum Beispiel kenntnisreich Fachzeitschriften nach verdächtigen Anzeigen, um möglichen Software-Schwarzhändlern auf die Schliche zu kommen. Er habe schon Leute erwischt, sagt der Anwalt, die sich als Bit-Banditen “glatt einen Bungalow” verdient hätten.
Andere Ertappte hatten nicht einmal genug Bares, um ihre eigene Kleinanzeige aufzugeben. Der Düsseldorfer Computerexperte Volker König etwa weiß von einem 15 Jahre alten Schüler, der sich in Gravenreuths Schleppnetz verfing.
Der Junge erbat in einem Inserat, das seine Mutter bezahlt hatte, sogenannte Public-Domain- oder Demo-Programme für seinen Amiga-Computer. Solche Software wird von Hobby-Programmierern und Firmen unentgeltlich oder allenfalls gegen Schutzgebühr verschickt.
Gleichwohl kam eine Abmahnung von der Kanzlei Gravenreuth. Der Anwalt, so Computermann König, gebärde sich wie ein “selbsternannter Zorro der Software-Industrie”.
Auch Steffen Roller, Jurist aus Schwerin, sieht Gravenreuth in einer fragwürdigen Rächer-Rolle. Über Mailboxen, das Schwarze Brett der PC-Szene, ließ Roller verbreiten, er sei an allen Gravenreuth-Fällen interessiert.
Zwar sei der Münchner Anwalt formal im Recht, sagt Roller, doch schnappe er sich offenbar stets die Schwächsten unter den Software-Frevlern. Er pflege dabei auch Methoden, die in einzelnen Fällen den Verdacht der Anstiftung zu einer Straftat erfüllen könnten.
Den gewieften bayerischen Rechtsvertreter focht Standesschelte bislang nicht an. Nur derbe Szene-Scherze strapazierten schon mal Gravenreuths Nerv.
So hätten “unbekannte Täter” jüngst die Schilder seiner Kanzlei abgeschraubt, klagte Gravenreuth. Und ein bit’terböser Anonymus schickte ihm das Computerspiel “Kill Gravenreuth” ins Haus. Bei dem elektronischen Dartspiel schleudert der Spieler Pfeile auf ein bewegtes Konterfei des Anwalts – bei Treffern färbt sich das Paßbild rot.
Spenden.
Andreas Unterberger, ehemaliger hochbezahlter Chefredakteur der Presse sowie von 2005 bis 2009 der staatsnahen Wiener Zeitung, schreibt seit seiner Zwangsablösung durch Bundeskanzler Faymann einen Blog. Der ist diesem hier nicht ganz unähnlich, außer dass er stockkonservativ, kirchenhörig und sogar für einen Liberalen zu neoliberal ist. Natürlich hat Herr Unterberger Jahrzehnte an Erfahrung in der Kommentierung von Politik und Wirtschaft, daher ist der Blog wohl auch ganz gut besucht.
Nun ja, sei es wie es sei, jedenfalls fallen rein technisch betrachtet für ein Online-’Unternehmen’ in dieser Größe Kosten von ungefähr 100 Euro pro Jahr an. Kollege Unterberger ersucht daher jetzt um Spenden, damit die wirtschaftliche Basis gewahrt bleibt. Selbstverständlich ist es legitim, für gute Arbeit gutes Geld verdienen zu wollen, aber wofür er ‘ein halbes Dutzend’ Leute braucht, ist nicht ganz nachvollziehbar. Jedenfalls hat er sie wohl und die wollen auch Geld sehen. Gegen nicht ganz unsubstanzielle Beträge können sich Spender auch Themen aussuchen. Unterberger über Bakterienkolonien rund um Tiefseevulkane? Smashing!
Weil ich auch gern meinen Senf dazugebe und diesen Blog völlig allein und ohne Lakaien mache, halte ich es für vollkommen in Ordnung, auch Spenden zu wollen. Nun bin ich mir meines Platzes neben einem Unterberger schon bewusst, daher muss es Preisanpassungen geben. Um 1,20 Euro können sich Spender ein Thema aussuchen (jedoch nicht die Meinung), ab drei Euro kommen Spender an eine einzurichtende Wall of Fame mit Goldbuchstaben. Bitte keinesfalls mehr als fünf Euro spenden, denn ich lerne von den ganz Großen und will mich nicht von Geldgebern abhängig machen. Für eine milde Gabe bitte auf das Bild klicken!
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vor einem Jahr...
- 11-03-2009 Terminator.
