Es ist so weit
2007
Jedes Jahr kommt dieser eine Tag, Ende August, Anfang September. Egal wie warm das Wetter noch ist, plötzlich ist etwas anders. Vielleicht ist es, weil die Sonne nicht mehr dort steht, wo sie im Sommer zu dieser Uhrzeit stehen sollte und daher das Licht anders ist. Eine Idee, ein Geruch, etwas hat sich verändert. Ein Hauch von Kälte knapp unterhalb der Temperatur. Etwas Beißendes, auch wenn man problemlos in den See springen kann. Ein anderer Farbton in den Blättern Etwas Fauliges, das aus dem Boden zu kriechen scheint. Es ist der Tag, an dem der Herbst beginnt. Kein schöner Tag für uns SAD-Geplagte, denn dieser Tag sagt uns subtil wie ein Schlag ins Gesicht, dass der Winter kommt. Jene schöne Zeit also, wenn die gute, alte Klaustrophobie einsetzt, wenn Türen und Fenster zu sind, wenn es beim Aufstehen dunkel ist und beim Nachhausekommen wieder. Wenn sich das Leben in eingegossen in einen Betonblock abzuspielen scheint und jener erlösende erste warme Tag ewig weit entfernt scheint. Die Zeit, wenn sich vermehrt Loreena McKennitt in die Musikauswahl schleicht und Gedichte von Robert Frost (wie passend) im Gehirn herumspuken…
Whose woods these are I think I know.
His house is in the village, though;
He will not see me stopping here
To watch his woods fill up with snow.
My little horse must think it queer
To stop without a farmhouse near
Between the woods and frozen lake
The darkest evening of the year.
He gives his harness bells a shake
To ask if there’s some mistake.
The only other sound’s the sweep
Of easy wind and downy flake.
The woods are lovely, dark and deep,
But I have promises to keep,
And miles to go before I sleep,
And miles to go before I sleep.
Der Tag war übrigens heute. Sehr schön. Man wünscht sich beinahe, reich und schön zu sein — dann hätte man jemanden, der diese Zeit erträglich macht. Aber vielleicht geht wenigstens bei meinen beiden Buchprojekten etwas weiter. Habe heute einen Titel für das weiter Fortgeschrittene gefunden. Blog dazu gibt’s in den nächsten Tagen.