Zum Kotzen.
2007
Leider macht es mein Beruf unmöglich, E-Mails und/oder Briefe an die Regierung zu verschicken, ohne in ein zumindest schiefes Licht zu gelangen. Also werde ich hier schreiben, was zu schreiben ist:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ihr seit vielen Jahren anhaltender Flirt mit dem rechten Rand der Bevölkerung ist ekelerregend — und damit meine ich auch Sie, Herr Bundeskanzler. Neben der Asyldebatte zu stehen und milde zu lächeln ist nicht genug. Über Minister Platter und seine Stahlhelm-Freunde braucht man wohl kein Wort zu verlieren — hier ist man wohl noch immer der Meinung, man müsste im rechtslastigen bzw. rechtsradikalen Spektrum, das ansonsten FPÖ und BZÖ vorbehalten ist, fischen. Aber, Herr Minister: Ist es nicht interessant, dass es keine Forderungen nach konsequenter, brutaler Abschiebung der Familie Zogaj und anderen, ähnlichen Fällen gibt? Nicht einmal die Kollegen vom Kleinformat hetzen in bewährter Manier gegen diese Menschen, sondern befleißigen sich eines zivilisierten Tones. Vielleicht, Herr Minister, sollten Sie die Zeichen der Zeit lesen: Das ultrarechte Bündnis ist tot. Und, liebe SPÖ: Hier wäre es angebracht, etwas vom BZÖ zu lernen — nämlich, wie man gleichzeitig Regierungspartei und Opposition ist. Eine rote Partei, die sich nicht bedingungslos zur Menschlichkeit bekennt, hat das stolze ‚sozial’ nicht verdient. Hier der späte Erfüllungsgehilfe der kranken, ‚völkisch reinen’ Fantasien aus der braunen Ecke der blauen Partei zu werden, ist wirklich keine Aufgabe für eine starke rote Partei — oder eine, die das Wort ‚christlich’ im Namen trägt.
Hochachtungsvoll
MV.
5 comments
Trackback e pingback
No trackback or pingback available for this article
JÖ!
die seite ist aber schön geworden
und so ein schöner name!
da muss ich wieder öfter reinschaun.
ui, da is wer sauer! weihnachten kommt bald wieder. liebe einen deiner nächsten!
was hier steht paßt jetzt aber nimmer, das ist schon von weihnachten. aber meine meinung ist immer noch, daß man nicht zuerst kinder in österreich ausbilden kann und dann, wenn sie „erwerbsfähig” sind, wieder ins fluchtland zurückschicken kann — weil man jetzt halt keine österreichischen jugendlichen am arbeitsmarkt braucht — !!! das ist unmenschlich, und weil’s so grauslich klingt, gleich noch ein unmenschlich dazu. bei der mutter traut man sich nicht, wir sind ein psycholand (freud) und schicken nur normale weg; die fesche tochter mit geistlicher hilfe ist so gut angepaßt, daß sie mit den medien spricht! der vater hat sich nicht viel gewehrt, weg; zwei wahlberechtigte, weg! irgendwen sollte man jetzt schnell zurückholen, damit wir ein bisserl leben ins unmenschliche reinbringen, und das seit weihnachten! bitte, wir arbeiten doch superschnell, ist noch nicht ein jahr um! good luck, arigona, learn english!
http://www.IbinI.at siehe live
Man sollte auch immer wieder auf das eigentliche Grundübel des Asylwesens in Österreich hinweisen: die skandalös lange Dauer der Verfahren. Sie arbeitet jenen Asylwerbern zu, die ohnehin kein Recht auf Asyl haben, die Zeit in Österreich aber benützen, um auf illegale Weise zu möglichst viel Geld zu kommen (erlebe ich immer wieder am Gericht) bzw. treibt aufgrund der rechtlichen Begeleiterscheinungen (Arbeit!) viele erst ins Kriminal bzw. — und vor allem — trifft all jene, die sich hier redlich bemühen und dann nach Jahren vor die Tür gesetzt werden (von den halb hier aufgewachsenen Kindern ganz zu schweigen)!