Zum Kotzen.

Okt
2007
10

Lei­der macht es mein Beruf unmög­lich, E-Mails und/oder Briefe an die Regie­rung zu ver­schi­cken, ohne in ein zumin­dest schie­fes Licht zu gelan­gen. Also werde ich hier schrei­ben, was zu schrei­ben ist:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr seit vie­len Jah­ren anhal­ten­der Flirt mit dem rech­ten Rand der Bevöl­ke­rung ist ekel­er­re­gend — und damit meine ich auch Sie, Herr Bun­des­kanz­ler. Neben der Asyl­de­batte zu ste­hen und milde zu lächeln ist nicht genug. Über Minis­ter Plat­ter und seine Stahlhelm-Freunde braucht man wohl kein Wort zu ver­lie­ren — hier ist man wohl noch immer der Mei­nung, man müsste im rechts­las­ti­gen bzw. rechts­ra­di­ka­len Spek­trum, das ansons­ten FPÖ und BZÖ vor­be­hal­ten ist, fischen. Aber, Herr Minis­ter: Ist es nicht inter­es­sant, dass es keine For­de­run­gen nach kon­se­quen­ter, bru­ta­ler Abschie­bung der Fami­lie Zogaj und ande­ren, ähnli­chen Fäl­len gibt? Nicht ein­mal die Kol­le­gen vom Klein­for­mat het­zen in bewähr­ter Manier gegen diese Men­schen, son­dern beflei­ßi­gen sich eines zivi­li­sier­ten Tones. Viel­leicht, Herr Minis­ter, soll­ten Sie die Zei­chen der Zeit lesen: Das ultra­rechte Bünd­nis ist tot. Und, liebe SPÖ: Hier wäre es ange­bracht, etwas vom BZÖ zu ler­nen — näm­lich, wie man gleich­zei­tig Regie­rungs­par­tei und Oppo­si­tion ist. Eine rote Par­tei, die sich nicht bedin­gungs­los zur Mensch­lich­keit bekennt, hat das stolze ‚sozial’ nicht ver­dient. Hier der späte Erfül­lungs­ge­hilfe der kran­ken, ‚völ­kisch rei­nen’ Fan­ta­sien aus der brau­nen Ecke der blauen Par­tei zu wer­den, ist wirk­lich keine Auf­gabe für eine starke rote Par­tei — oder eine, die das Wort ‚christ­lich’ im Namen trägt.

Hoch­ach­tungs­voll

MV.

5 comments

  1. ICH

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