Einer der…

Dez
2007
27

…her­aus­ra­gends­ten Science-Fiction-Filme der letz­ten Jahre kommt voll­kom­men ohne CGI-Effekte aus. Die Rede ist von „The Man from Earth”, geschrie­ben von Jerome Bixby. Die Aus­gang­si­tua­tion ist ein­fach: Ein Pro­fes­sor, der sich in sei­nem Haus in den Ber­gen von sei­nen Kol­le­gen ver­ab­schie­det. Bei die­ser Gele­gen­heit beich­tet er, dass er vor etwa 14.000 Jah­ren im heu­ti­gen Frank­reich gebo­ren wurde. Mehr wird hier nicht ver­ra­ten, da die Geschichte einige wun­der­bar ange­legte Fal­len und Plot twists enthält.

Die­ser Film hat weder Ali­ens noch teure Spe­cial Effects vor­zu­wei­sen. Genau genom­men spielt er zu 95% in einem ein­zi­gen Raum. Doch der Dia­log — der auch die gesamte Hand­lung dar­stellt — zieht den Zuschauer in sei­nen Bann wie es bis­her nur K-PAX auch nur annä­hernd geschafft hat. Wäh­rend jedoch der ältere Film keine Ant­wort gibt und Kevin Spacey am Ende ent­fleu­chen lässt, setzt Autor Bixby einen dra­ma­ti­schen Schluss­punkt mit einer ein­deu­ti­gen Lösung. Bis es jedoch so weit ist, bekommt der Zuschauer — der übri­gens nicht im Gerings­ten gedul­dig sein muss — eine Kon­ver­sa­tion auf höchs­tem Niveau zu hören, die ihn noch minu­ten­lang nach Fil­mende nach­denk­lich sit­zen lässt. Mög­lich machen das neben einem cle­ve­ren Dreh­buch vor allem die Schau­spie­ler: allen voran die Vete­ra­nen John Bil­lings­ley und Tony Todd, ergänzt vom inten­si­ven ‚Unsterb­li­chen’ David Lee Smith (Sehern von CSI: Miami bekannt als Rick Stet­ler). Regis­seur Richard Schenk­man, bekannt für außer­ge­wöhn­li­che Wer­be­spots und Musik­vi­deos, lässt sich nicht hin­rei­ßen, eine moderne, wild schau­kelnde und zuckende Kamera ein­zu­set­zen, son­dern setzt auf ruhige, bei­nahe alt­mo­di­sche Bil­der, die die gesamte Epik der Geschichte in den Gesich­tern sei­ner Schau­spie­ler erah­nen las­sen. Tolle Leis­tung für einen, der prak­tisch die selbe Kar­riere wie Michael Bay hin­ter sich hat, sich aber nicht hin­rei­ßen lässt, auch intime Momente wie einen Video­clip zu schneiden.

Alles in allem: der wahr­schein­lich beste Film 2007. Gute Sache, dass ich den noch so knapp vor Neu­jahr gese­hen habe — ansons­ten wäre das wohl Hot Fuzz oder Wer­ner Her­zogs Res­cue Dawn gewor­den (Wer­ner Her­zog kann übri­gens einen ähnlich hyp­no­ti­schen SciFi-Film für sich ver­bu­chen: The Wild Blue Yon­der)

2 comments

Trackback e pingback

  1. » So so.
    [...] was a sign that some in Hollywood might be shifting their thinking. A new independent movie called Jerome Bixby’s ...
  2. - Roll credits.
    [...] The Man From Earth (2007, Filmkritik), The Fifth Element [...]

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