Hoppla.

Apr
2008
27

Wie­der ein­mal eine jah­re­lang ein­ge­sperrte Frau. Wie­der Inzucht mit dem eige­nen Vater, nicht frei­wil­lig, dafür mit vier Kin­dern (von sechs, inter­es­sante Frage, wer der Vater der ande­ren zwei ist). Viele schöne Kampusch-Witze, wobei nach dem momen­ta­nen Wis­sens­stand die Fälle nicht direkt ver­gleich­bar sind. Irgend wie lässt einem die Ver­mu­tung nicht los, dass sich die Frau aus die­sem Arti­kel nicht so erfan­gen wird — und wahr­schein­lich keine Talk­show im Fern­se­hen und fette Medi­en­ver­träge bekom­men wird.

Schlim­mer ist aber der schon Minu­ten nach der ers­ten Mel­dung auf­kom­mende Ruf nach der Todes­strafe für den 73-jährigen Vater. Die Zivi­li­sa­tion ist wirk­lich nur eine dünne Patina, und dass der Mann eine tief­grei­fende geis­tige Stö­rung auf­wei­sen muss, ist irre­le­vant. Kaum ist das Ver­bre­chen schwer genug oder ekel­haft genug, blät­tert die dünne Schicht ab und ent­blößt das Tier im Men­schen. Er will Blut sehen, weil er sich durch die breite Masse unter­stützt fühlt. Homo homini lupus, und die Aus­sicht, dass die­ser gestörte Mann wahr­schein­lich nie wie­der Tages­licht sehen wird, ist kom­plett irre­le­vant neben den Tötungs­fan­ta­sien, die so logisch erscheinen.

Und nein, das ist kein Mit­leid mit dem Täter.

Das ist Mit­leid mit einer Gesell­schaft, deren ein­zi­ger Fort­schritt grö­ßere Fern­se­her zu sein scheinen.

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