Deutschland.

Jun
2008
25

3:2 gegen die Tür­kei, wie erwar­tet. Es ist nicht leicht, immer auf der Seite des Under­dogs zu sein. Die Tür­ken haben gekämpft und gescort, im End­ef­fekt, wie so oft, gewin­nen die Deut­schen. Doch warum stört mich das eigent­lich, wo es mir doch voll­kom­men egal ist, wer gewinnt? Obwohl mir der typisch öster­rei­chi­sche Deut­schen­hass fremd ist?
Weil die Deut­schen rein von der Ein­stel­lung (aber nicht von der Schön­heit des Spiels) die Bra­si­lia­ner Euro­pas sind. Sie sind der Mei­nung, dass es ein gott­ge­ge­be­nes Recht auf den Titel gibt – und dass es ihres alleine ist. Sie sind arro­gant, voll­kom­men zu Unrecht. Eine ein­zige Geste von Michael Bal­lack nach sei­nem Gra­na­ten­frei­stoß, der Deutsch­land vor einer Bla­mage gegen den ca. 100sten der Welt­rang­liste, Öster­reich, ret­tete: Er legte den Fin­ger an den Mund, wollte die öster­rei­chi­schen Fans zum Schwei­gen brin­gen. Als wollte er sagen, hier sind wir, was wagt ihr über­haupt zu hof­fen, ihr Dep­perln. Dabei war das Spiel gar nicht meis­ter­lich und dafür, dass sie bei einer Nie­der­lage aus dem Tur­nier gewe­sen wäre, auch schlecht gespielt. Genau das­selbe gegen die armen Tür­ken, die gekämpft haben wie wohl keine andere Mann­schaft die­ser EM: Ein Tref­fer in aller­letz­ter Minute, das Quänt­chen Glück, das ande­ren Mann­schaf­ten abgeht. Und jetzt wer­den sie auch noch das Finale gewin­nen. Voll­kom­men unver­dient für die gezeigte Leis­tung, aber trotz­dem ein wei­te­rer Grund, das nächste Mal noch arro­gan­ter auf­zu­tre­ten. Nein, die Deut­schen machen es nicht leicht, sich mit ihnen zu freuen – sie machen es unmöglich.

Hier die Szene zum Anschauen. Direkt nach dem Schuss.

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