Wahlempfehlung.
2008
Ich habe letztens mit einer alten Bekannten gechattet. Freundin wäre zu viel gesagt, man kennt sich halt und trifft sich immer wieder, auch beruflich. Was bei ihr eigentlich nicht zählt, weil sie schon ewig in Karenz ist und das auch noch bleibt (wie lange kann man eigentlich?) Das Gespräch kommt auf die drohenden Wahlen. Sie: “Und, du wählst eh auch Strache, gell?”
Hallo!?
Sie erklärte mir dann, dass das alles mit dem Kindergeld, das wäre eine tolle Sache und das hätten ja die Blauen gemacht. Und die sorgen auch dafür, dass Öztürk nicht ihren Kindergartenplatz wegschnappt. Aber Nazis? Oh nein, das fantasier’ ich mir als ‘Linker’ (offenbar sind alle links, die nicht so weit rechts stehen, dass sie schon fast hinunterfallen) natürlich nur zusammen.
Ich habe das Gespräch dann beendet. Vermutlich permanent.
Interessant… man hat das ja eigentlich gewusst, aber so deutlich tritt die Mentalität der ‘Fleißigen und Anständigen’ sehr selten ans Tageslicht: Schauen, wo ich möglichst viel Geld mit möglichst wenig Arbeit geschenkt bekomme. Und wenn’s dann auch noch den ‘Fremden’ – die vielleicht schon länger da sind als man selbst auf der Welt – eins auswischen, das reicht, um die österreichische Volksseele zu befriedigen. Das ist das Rezept der nationalen Sozialisten – hätte man sich bei der Selbstbezeichnung auch denken können.
Heute gibt’s zwei Geschenke.
Eins, meine Wahlempfehlung. Alles außer der FPÖ, die immer ungenierter nicht nur weit rechts steht, sondern mit dem Ewiggestrigen kokettiert, ohne allzu sehr auf das Augenzwinkern zu achten. Eine zutiefst verachtenswerte Sorte Mensch. Da sind diverse Psychopathen wie die Christen noch besser als Protestpartei, die können wenigstens nichts anstellen.
Zwei, weil die FPÖ und ihre Wähler aber sehr gut der hinterfotzigen österreichischen Seele entsprechen: Hier die Vollversion des Herrn Karl (Helmut Qualtinger) in sechs Teilen. Sollte man gesehen haben, sollte man darüber nachdenken, bevor man zur Urne schreitet.