Nur in Österreich.
2008
Nur noch eines zur Wahl. In jedem anderen westlichen Land würde ein Parteiobmann, der gerade 30 Prozent seiner Wähler – und damit wohl auch einen Teil des harten Kerns – verloren hat, im ersten Interview um 17.30 Uhr nur eines sagen: ‘Ich lege mit morgen 12 Uhr alle meine Parteifunktionen zurück und stehe auch nicht mehr für einen Platz im Nationalrat zur Verfügung.’
Nicht so in Österreich. Hier wird noch davon geredet, dass man ‘das jetzt analysieren’ müsste. Rücktritte haben hierzulande keine Tradition, und die meisten Politiker einfach nicht die Integrität, diese Konsequenz zu ziehen. Sie warten lieber ab, bis sie von den Parteigremien unter schwerem Gesichtsverlust mit Gewalt entsorgt werden. Ist es Zukunftsangst? Wohl kaum, irgend ein Platz in einem parteinahen Unternehmen findet sich immer. Also, was läuft hier falsch? Glaubt Herr Molterer wirklich, dass das nochmal was wird?