Börse 2.

Okt
2008
08

Nun ja, scheint’s, als wür­den auch Mil­li­ar­den­stüt­zun­gen und Zins­sen­kun­gen nichts hel­fen – die fei­gen Schafe von Akti­en­händ­lern ver­kau­fen wie die Wahn­sin­ni­gen, die Bör­sen­kurse cras­hen ins Boden­lose. Das Wort, das immer öfter fällt, ist ‘Great Depres­sion 2’.

So wird es aber nicht kom­men. 1929 wusste man nicht, was pas­sie­ren würde. Dies­mal weiß man es schon. Im abso­lu­ten Not­fall, sagen wir, wenn die Kurse um 50% fal­len, wer­den die Staa­ten viel kon­se­quen­ter als bis­her schon durch­grei­fen. Die Ban­ken wer­den natio­na­li­siert, die Bör­sen geschlos­sen und die Geld­menge ver­rin­gert, um einer anste­hen­den Hyper­in­fla­tion die Stirn zu bie­ten. Und selbst als eigent­lich markt­freund­li­cher Lin­ker muss ich sagen… das ist wohl das Beste. Zah­len wer­den wir die­sen Wahn­sinn ohne­hin alle, da kön­nen wir auch lang­fris­tig an den Gewin­nen – die es wie­der geben wird – teil­ha­ben. Über­haupt ist diese Krise zwar schlimm, aber sie bedeu­tet nicht das Ende des west­li­chen Wirt­schafts­sys­tems. Die nächste Krise aller­dings… die ja in rund acht Jah­ren vor­pro­gram­miert ist… da sollte man dann viel­leicht ein gut geöl­tes Gewehr unterm Bett parat haben.

Die Frage ist, wie wird die Wirt­schaft nach die­ser Geschichte aus­se­hen. Die west­li­chen Staa­ten wer­den um einige Bil­lio­nen Euro ärmer sein. Haben wir die? Schwer zu sagen, nach­dem Staa­ten ja Geld dru­cken kön­nen – um den Preis der Infla­tion. Die mir per­sön­lich ehr­lich gesagt mehr Sor­gen macht als ein – auf lange Sicht – unin­ter­es­san­ter Börsencrash.

Inter­es­sant übri­gens auch, wodurch die Krise aus­ge­löst wurde: Weil ein gerin­ger Pro­zent­satz der ame­ri­ka­ni­schen Häuslkäu­fer ihre Hypo­the­ken mit den varia­blen Zins­sät­zen nicht mehr zah­len konnte. Doch was pas­siert, wenn ein wirk­lich schwe­rer Kon­junk­tur­ein­bruch daher­kommt und Mil­lio­nen ihre Arbeit ver­lie­ren? Dann war­tet näm­lich das nächste Pro­blem: 1,7 Bil­lio­nen Dol­lar Kon­su­men­ten­schul­den und 10 Bil­lio­nen Staats­ver­schul­dung. Gegen diese Zah­len wirkt der Subprime-Markt, von dem ein ein­stel­li­ger Pro­zent­satz weg­ge­bro­chen ist und die momen­tane Krise mit­ver­schul­det hat, lächer­lich: 600 Mil­li­ar­den Dol­lar, nur 20 Pro­zent der gesam­ten Hypo­the­ken auf Häu­ser in den USA.

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