Wahnsinn.

Okt
2008
30

Das kann man sich wohl nur leis­ten, wenn man noch immer glaubt, auf einer glück­li­chen, iso­lier­ten Insel der Seli­gen zu leben: Da lässt die schwerste Wirt­schafts­krise in vie­len Jahr­zehn­ten das Gebälk der inter­na­tio­na­len Finanz (und wohl bald auch der Real­wirt­schaft) kra­chen — und Öster­reich leis­tet sich lang­wie­rige Regie­rungs­ver­hand­lun­gen. Ein unfä­hi­ger Kanz­ler und ein Bauer als Finanz­mi­nis­ter sind gelähmt, von einem Bud­get 2009 ist weit und breit nichts zu sehen. Von irgend woher wer­den Mil­li­ar­den — die wir ja für eine Steu­er­re­form nicht haben — gezau­bert, um die hei­mi­schen Ban­ken zu stüt­zen. Der Bauer legt scho­ckie­rende Zah­len für 2009 und 2010 vor, die Rede ist von 11 Mil­li­ar­den Defi­zit und 100.000 neuen Arbeits­lo­sen, und man nimmt sich Zeit für aus­gie­bige Gespräche.

Wären SPÖ und ÖVP auch nur ansatz­weise staats­tra­gend, wür­den sie sich selbst beim Schla­fitt­chen neh­men, eine Exper­ten­re­gie­rung unab­hän­gig vom Par­tei­büchl bil­den und sich in den Kampf gegen das dro­hende Unge­mach stür­zen. Die par­tei­po­li­ti­schen Details kön­nen immer noch spä­ter aus­ver­han­delt werden.

Pas­sie­ren wird das natür­lich nicht. Das Land fliegt auf Auto­pi­lot und hasst noch immer die EU, die sich in den letz­ten Wochen als erstaun­lich effek­tiv erwie­sen hat und der ein­zige Schutz­schild ist, den Öster­reich im Moment hat. Die Bier­trin­ker und Schnit­zel­fres­ser ver­ste­hen nicht, was vor sich geht und bil­den sich noch immer ein, Kol­lege Öztürk wäre das Pro­blem und wenn er weg wäre, bekom­men wir alle Flü­gerl und Har­fen. Es ist Zeit für die Noch-Großparteien, die­sen Wahn­sinn end­lich zu bekämp­fen und nicht auch noch durch ent­spre­che­nede Wort­spen­den zu unterstützen.

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