Frage.
2008
Scheint’s, als würde die Wirtschaftskrise sämtliche Leichen in staatsnahen Unternehmen exhumieren. AUA, ORF, Post – alle stehen plötzlich auf der Kippe, und das mit Beträgen, die die voest-Krise in den 80ern wie einen angenehmen, nostalgischen Gedanken erscheinen lässt. Man muss sich fragen – hat da niemals jemand hingeschaut? Es fällt doch HAK-Schülern im 1. Jahr mit Zugang zu den Bilanzen auf, dass da offenbar schon jahrelang etwas faul war. Dass die politiknahen Manager natürlich nicht Alarm schlagen – gibt es einen besseren Futtertrog? – ist klar. Deren Zukunft ist gesichert, egal, ob hinter ihnen eine 200 Meter hohe Sintflut über die von ihnen geführten Unternehmen schwappt. Man vertraut ihnen halt einfach das nächste an, ohne persönliche Haftung, frei, zu tun, was ihnen selbst am meisten einbringt.
Allerdings gibt es da sowas wie Aufsichtsräte und ein Wirtschaftsministerium. Man kann jetzt über die FMA schimpfen und die BAWAG dabei hernehmen – aber gegen das, was sich in den drei genannten Unternehmen abspielt, war die FMA absolut kompetent und fix in ihrer Reaktion. Über die Verantwortlichen dieses Wahnsinns kann man nur mehr den Kopf schütteln und geduckt auf die nächste Steuererhöhung warten, damit das alles bezahlt werden kann. Die Verantwortlichen sonnen sich inzwischen auf ihren Privatinseln und trinken Margaritas mit goldenen Strohhalmen.