Knowing.
2009
Regisseur Alex Proyas ist in Höchstform, wenn er dunkle, mysteriöse Geschichten erzählen kann. So gesehen verwundert es nicht, dass auch sein neuestes Werk, Knowing, in diese Richtung geht. Es ist ein Film, der gleichzeitig fasziniert aber dann durch ein Ende, das nicht sein müsste, doch etwas enttäuscht zurücklässt.
Vorsicht, ab hier wird etwas von der Handlung verraten!
Es ist selten, dass ein Film durch Raumschiffe schlechter wird. Im Fall des Mystery-Thrillers Knowing ist das allerdings so. Dabei fängt alles sehr gut an: Eine geheimnisvolle Botschaft, die 1959 vergraben und 2009 ausgegraben wird. Ein Zettel voll Zahlen, dessen dunkles Geheimnis sich erst langsam erschließt. Katastrophen, die genau dann eintreten, wann auf diesem Zettel geschrieben steht. Bis zur letzten ist Astronomie-Professor John Koestler (Nicolas Cage souverän wie immer) nicht ganz von den Prophezeiungen überzeugt, trotzdem er Augenzeuge zweier Ereignisse (perfekt und in zwei Fällen auch für alte Kinohasen schockierend in Szene gesetzt von Special-Effects-Guru
Angelo Sahin) wird. Doch was bedeutet die letzte Zahl… die keine Zahl ist, sondern die Buchstaben EE?
Sobald dieses Rätsel gelöst ist, wird der unheimliche Thriller schnell zur Standardkost für SciFi-Fans inklusive außerirdischen Engeln und Raumschiffen, an denen sich wohl eine Legion CGI-Künstler auf Crack austoben durfte. Leider trägt dieser — buchstäblich — letzte Akt nichts bei, sondern löst Fragen, die nicht gelöst werden hätten dürfen. Am Schluss bleibt dem Zuseher, das blockbustertypische Feuerwerk zu genießen und nicht darüber nachzudenken, wie gut Knowing ohne die Proyas-typischen ‚dunklen Männer’ und außerirdischen Mächte hätte sein können. Während in der ersten Hälfte durchaus Reminiszenzen an M. Night Shyamalan’s Signs - einem schwer unterschätzten Film — aufkommt ist das Ende eher später Steven Spielberg. Und das ist kein Kompliment.
Knowing wäre besser gewesen, wenn die Autoren die übernatürliche Keule im Sack gelassen und eher auf Mystery und Spannung gesetzt hätte. Außerdem… wäre dann eine Fortsetzung möglich gewesen ;)
8.0÷10 ‚weil der Film viel verspricht, das meiste davon hält und trotz Abschlussschwächen fesseln kann.‚