Beleidigt.
2009
Wieder einmal ein Titelschummler, und ein sehr prominenter dazu? Interessant! Schön ist vor allem, wie beleidigt der Beklagte reagiert :D
Titelkampf. Das Handelsgericht Wien muss sich demnächst mit einer ziemlich delikaten Angelegenheit auseinander setzen. Der Wiener Rechtsanwalt Michael Rami hat einen gewissen Adrian Eugen Hollaender, Jurist, „Krone“-Kolumnist“ und Filius des scheidenden Staatsoperndirektors Ioan Holender (merke die unterschiedliche Schreibweise des Familiennamens), auf Unterlassung nach dem Bundesgesetz gegen den Unlauteren Wettbewerb geklagt. In der Klagsschrift heißt es unter anderem: „Der Beklagte (Hollaender, Anm.) bezeichnet sich in der Öffentlichkeit seit Jahren und bis heute … als ‚Professor’, ‚Universitätsprofessor’ und ‚ao Universitätsprofessor’, ohne dass er zur Führung derartiger Titel in Österreich berechtigt wäre.“ Dass Hollaender, in der Klage wörtlich als „Fachschriftsteller” tituliert, sich auch der Leitung des von ihm selbst gegründeten „Zentrums für Rechtsforschung” respektive des Vorsitzes eines inexistenten parlamentarischen „Grundrechtkonvents“ berühmt, stößt Rami nicht minder sauer auf.
profil hat bereits vor Monaten über Ungereimtheiten rund um Hollaenders angeblichen Professorentitel rumänischer Provenienz berichtet. Was uns die uneingeschränkte Verachtung des Herrn zuteil werden ließ. Beruhigend nur, dass wir damit nicht ganz allein sind. Der Klage ist, gleichsam zum Drüberstreuen, ein von Hollaender verfasster Brief vom 10. Juni 1989 beigefügt, den er unmittelbar nach der Matura an seine Klassenkameraden adressierte.
Das Schreiben trägt zwar wenig zur Erhellung des Sachverhalts bei – verrät aber viel über Hollaenders grausame Jugend. Lesen Sie selbst:
„Werte Ex-Mitschüler! Niemand soll mir nachsagen, ich hätte keinen Humor. Er gehört zum Leben wie das Gewürz in eine gute Suppe. Aus diesem Grund wird es wohl jeder verstehen, dass ich Scherze und Bemerkungen – so infantil und lächerlich sie auch manchmal waren – stets mit überlegenem, noblen Lächeln toleriert habe.
-> Wer findet den Fallfehler?
Es wird aber gleichfalls jeder verstehen, dass ich all das nun nicht mehr tolerieren kann. Weiters wird es wohl verständlich sein, daß es gewisse gesellschaftliche Schranken gibt, die jeder zivilisierte Mensch anerkennen und respektieren sollte. Einigen Auserwählten wird es gelegentlich gestattet, diese Schranken zu überschreiten.
Aber eben nur einigen.
Die Tatsache, daß ich mich acht Jahre hindurch von jedem in der Gymnasiumstraße 83 duzen ließ, ist somit auch nur meiner Toleranz zuzuschreiben.
Nun ist der Moment gekommen, die Gewährung dieses Du-Wortes zurückzuziehen. Ausgenommen sind meine Freunde Albert, Markus, Richard sowie Sylvia, Lena und Katja, sofern sie damit einverstanden sind und ferner diejenigen, die in meinem Tennisclub als Mitglieder spielen.
Ich wünsche unabhängig davon jedem alles Gute, viel Glück und Erfolg im Leben.“-> I brunz mi an! Was für ein Ego!
Gezeichnet: Adrian Hollaender
Wir haben Herrn Hollaender um Stellungnahme ersucht – Sie finden diese unredigiert und in voller Länge weiter unten.
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