KHG.
2009
Ein Spektakel erwartet uns. Trotz gnadenloser Unterstützung von Hans Dichand und Legionen schwiegersohngeiler Omas steht der schönste, erfolgreichste Finanzminister der Menschheitsgeschichte endlich unter Anklage. Der gelernte Österreicher weiß natürlich, dass das gar nichts heißt. Das Interessante ist eigentlich nur, wie Karl-Heinz Grasser vom Haken gelassen werden wird. Verschleppung des Verfahrens? Verjährung? Unzeremonielle Einstellung? Oder, durch viel medialen Druck, gar ein Prozess, der mit unvermeidlichem Freispruch endet? Wären wir in Großbritannien, ich würde Geld auf Punkt drei wetten. Das macht am wenigsten Umstände.
Sicher ist jedenfalls eines, und das sollten sich vor allem StudentInnen der Poitikwissenschaften hinter die Ohren schreiben: Der Fall Grasser ist wohl das beste Beispiel dafür, wie mafiöse Strukturen doch irgend wann an die Oberfläche kommen können. Ab sofort werden korrupte Politiker ihre Freunde und vor allem sich selbst wieder in dunklen Tiefgaragen mir Geld und Posten versorgen. Das System Grasser, nämlich sich ganz offiziell zu bereichern und sämtliche dementsprechenden Vorwürfe mit Strahlkraft und unerklärlicher Popularität abzuwehren, wird vermutlich nicht mehr so leicht funktionieren.