KHG.

Okt
2009
21

Ein Spek­ta­kel erwar­tet uns. Trotz gna­den­lo­ser Unter­stüt­zung von Hans Dichand und Legio­nen schwie­gers­ohn­gei­ler Omas steht der schönste, erfolg­reichste Finanz­mi­nis­ter der Mensch­heits­ge­schichte end­lich unter Anklage. Der gelernte Öster­rei­cher weiß natür­lich, dass das gar nichts heißt. Das Inter­es­sante ist eigent­lich nur, wie Karl-Heinz Gras­ser vom Haken gelas­sen wer­den wird. Ver­schlep­pung des Ver­fah­rens? Ver­jäh­rung? Unze­re­mo­ni­elle Ein­stel­lung? Oder, durch viel media­len Druck, gar ein Pro­zess, der mit  unver­meid­li­chem Frei­spruch endet? Wären wir in Groß­bri­tan­nien, ich würde Geld auf Punkt drei wet­ten. Das macht am wenigs­ten Umstände.

Sicher ist jeden­falls eines, und das soll­ten sich vor allem Stu­den­tIn­nen der Poi­tik­wis­sen­schaf­ten hin­ter die Ohren schrei­ben: Der Fall Gras­ser ist wohl das beste Bei­spiel dafür, wie mafiöse Struk­tu­ren doch irgend wann an die Ober­flä­che kom­men kön­nen. Ab sofort wer­den kor­rupte Poli­ti­ker ihre Freunde und vor allem sich selbst wie­der in dunk­len Tief­ga­ra­gen mir Geld und Pos­ten ver­sor­gen. Das Sys­tem Gras­ser, näm­lich sich ganz offi­zi­ell zu berei­chern und sämt­li­che dem­ent­spre­chen­den Vor­würfe mit Strahl­kraft und uner­klär­li­cher Popu­la­ri­tät abzu­weh­ren, wird ver­mut­lich nicht mehr so leicht funktionieren.

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