Irving.
2009
Eine anonyme Hackergruppe hat den E-Mail-Account von David Irving gehackt und seine Korrespondenzen auf der whistleblowser-Seite Wikileaks verfügbar gemacht. Ein interessantes Exempel, um den Unterschied zwischen Irving und liberal denkenden Menschen zu verdeutlichen: Irving ist einer der bekanntesten Nazi-Ungusteln der Welt. Dafür wurde er in Österreich zu drei Jahren Haft verurteilt, ein britischer Richter schimpfte ihn in einer Urteilsbegründung ungestraft ‘Lügner, Rassist und Antisemit’ und so weiter und so fort ad absurdum.
Auch wenn man Irving gesunden Geistes weder mögen noch zustimmen kann, sollte er doch das Recht haben, sein Gift zu verspritzen, und das weltweit ohne Angst vor Strafverfolgung. Auch hat er, wie jede/r Andere, ein Recht auf seine Privatsphäre. So hämisch erfreut man derartige Angriffe als erklärter Gegner solcher Ideologien auch sehen mag – sie sind ein Angriff auf die Grundrechte jedes Menschen, egal ob man ihm jetzt zustimmt oder nicht. Denk– und Meinungsverbote in jede Richtung gehen genau in die Richtung, die wir ja eigentlich gar nicht wollen. Und fördern nebenbei noch einen ungesunden Untergrund, von dem der Durchschnittsbürger höchstens in ‘augenzwinkernden’ Strache-Reden etwas mitbekommt.
Diese Freiheiten – ungestraft zu denken und zu sagen, was einem wichtig ist sowie das Recht auf Privatsphäre – sind in einem liberalen Weltbild Grundrechte und weder veräußerlich noch vom Staat einschränkbar. Das würde eine liberale, aufgeklärte Welt von jener unterscheiden, die Irving anstrebt. In Irvings Welt hätte niemand diese Rechte. Haben wir sie?