Bank.

Dez
2009
14

Ein klei­nes Abschieds­ge­schenk von Jörg Hai­der: Dass die Hypo Alpe Adria eigent­lich eh schon seit Jah­ren nur mehr tau­melt, weiß man. Durch die Finanz­krise konnte das Deba­kel nicht mehr ver­steckt wer­den, die wüs­ten Kre­dit­ver­ga­ben in Süd­ost­eu­ropa und die Finan­zie­run­gen für der Sonne Grö­ßen­wahn waren nicht mehr trag­bar. Die Folge? Damit 18 Mil­li­ar­den Haf­tun­gen des Lan­des Kärn­ten (Jah­res­bud­get 1,8 Mil­li­ar­den) nicht schla­gend wer­den und Öster­reich auf ein Defi­zit um die sie­ben Pro­zent mit mör­de­ri­schen Fol­gen für die EU und die Kre­dit­wür­dig­keit des Lan­des kata­pul­tiert, wird die Bank jetzt ver­staat­licht.

So weit, so bekannt.

Dass diese 18 Mil­li­ar­den der ein­zige Grund sind, warum diese Bank ‚too big to fail’ war, ist auch klar. Das ist näm­lich nicht nur das mehr als Neun­fa­che des Kärnt­ner Lan­des­bud­gets, das ist knapp ein Vier­tel des Bud­gets der Repu­blik Öster­reich. Gäbe es diese Haf­tung mit all ihren ver­hee­ren­den finan­zi­el­len Fol­gen nicht — ab in den Orkus mit die­ser Pro­blem­bank. Schade für die 7000 Ange­stell­ten und Zehn­tau­sen­den KMUs, die dran­hän­gen, aber ver­mut­lich noch immer bil­li­ger als end­los durch­füt­tern, wäh­rend der orange LH Dörf­ler seine Wäh­ler­stim­men wei­ter­hin fröh­lich mit Almo­sen kauft.

Die Frage, die man jetzt stel­len muss ist… wie kam diese Haf­tung zustande? Wer hat sie gezeich­net? Hai­der selbst ist tot und kann nicht mehr belangt wer­den, aber wenn man seine Poli­tik ein wenig ver­folgt hat weiß man, dass er die­sen Wahn­sinn wohl kaum unter­zeich­net hat. Der Schul­dige lebt noch. Wer kann ohne ein Wort aus dem Finanz­mi­nis­te­rium für so eine Summe bür­gen? Zeit für ein Gerichts­ver­fah­ren, damit Hel­mut Els­ner nicht so allein ist in sei­ner Zelle. Und wer  im Finanz­mi­nis­te­rium hat das abge­nickt? Der Ver­kauf an die Bay­ernLB (‚Kärn­ten wird reich!’ — Hai­der) erfolgte 2007, könnte also durch­aus noch vom schöns­ten Finanz­mi­nis­ter aller Zei­ten ein­ge­fä­delt wor­den sein.

Die Lösung mit der Ver­staat­li­chung ist nicht ideal, aber sie scheint die kos­ten­güns­tigste zu sein. Die Bank muss natür­lich so bald wie irgend wie mög­lich wie­der ver­kauft wer­den. Mit etwas Glück ist sogar ein Gewinn für die Repu­blik drin. Wenn nicht noch uner­war­tete Lei­chen aus dem Bilanz­kel­ler hoch­ge­spült wer­den… was lei­der sehr wahr­schein­lich ist.

Als Steu­er­zah­ler sage ich: Danke, Jörg. Und glaube ab sofort an einen Selbst­mord die­ses fei­nen Herren.

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