Bank.
2009
Ein kleines Abschiedsgeschenk von Jörg Haider: Dass die Hypo Alpe Adria eigentlich eh schon seit Jahren nur mehr taumelt, weiß man. Durch die Finanzkrise konnte das Debakel nicht mehr versteckt werden, die wüsten Kreditvergaben in Südosteuropa und die Finanzierungen für der Sonne Größenwahn waren nicht mehr tragbar. Die Folge? Damit 18 Milliarden Haftungen des Landes Kärnten (Jahresbudget 1,8 Milliarden) nicht schlagend werden und Österreich auf ein Defizit um die sieben Prozent mit mörderischen Folgen für die EU und die Kreditwürdigkeit des Landes katapultiert, wird die Bank jetzt verstaatlicht.
So weit, so bekannt.
Dass diese 18 Milliarden der einzige Grund sind, warum diese Bank ‚too big to fail’ war, ist auch klar. Das ist nämlich nicht nur das mehr als Neunfache des Kärntner Landesbudgets, das ist knapp ein Viertel des Budgets der Republik Österreich. Gäbe es diese Haftung mit all ihren verheerenden finanziellen Folgen nicht — ab in den Orkus mit dieser Problembank. Schade für die 7000 Angestellten und Zehntausenden KMUs, die dranhängen, aber vermutlich noch immer billiger als endlos durchfüttern, während der orange LH Dörfler seine Wählerstimmen weiterhin fröhlich mit Almosen kauft.
Die Frage, die man jetzt stellen muss ist… wie kam diese Haftung zustande? Wer hat sie gezeichnet? Haider selbst ist tot und kann nicht mehr belangt werden, aber wenn man seine Politik ein wenig verfolgt hat weiß man, dass er diesen Wahnsinn wohl kaum unterzeichnet hat. Der Schuldige lebt noch. Wer kann ohne ein Wort aus dem Finanzministerium für so eine Summe bürgen? Zeit für ein Gerichtsverfahren, damit Helmut Elsner nicht so allein ist in seiner Zelle. Und wer im Finanzministerium hat das abgenickt? Der Verkauf an die BayernLB (‚Kärnten wird reich!’ — Haider) erfolgte 2007, könnte also durchaus noch vom schönsten Finanzminister aller Zeiten eingefädelt worden sein.
Die Lösung mit der Verstaatlichung ist nicht ideal, aber sie scheint die kostengünstigste zu sein. Die Bank muss natürlich so bald wie irgend wie möglich wieder verkauft werden. Mit etwas Glück ist sogar ein Gewinn für die Republik drin. Wenn nicht noch unerwartete Leichen aus dem Bilanzkeller hochgespült werden… was leider sehr wahrscheinlich ist.
Als Steuerzahler sage ich: Danke, Jörg. Und glaube ab sofort an einen Selbstmord dieses feinen Herren.