Dunkelbraun.

Dez
2009
16

Jeder, der in den letz­ten Stun­den schlaue Forums­pos­tings gele­sen hat weiß, dass orange und blau zusam­men braun erge­ben. Auch wenns inzwi­schen infla­tio­när ist: Inter­es­sant, wie das im Zusam­men­hang mit dem drit­ten Lager immer wie­der schön passt.

Viel inter­es­san­ter sind jedoch die wei­ter­füh­ren­den Impli­ka­tio­nen des heute aus der Taufe geho­be­nen ‚Kärnt­ner Clubs’ im Par­la­ment, die durch die Wie­der­ver­ei­ni­gung der FP mit dem Kärnt­ner Teil des BZÖ zustande kom­men. Hier ein wil­der Ver­dacht: Die Rech­ten wol­lens wis­sen. Ohne jetzt den Teu­fel an die Wand malen zu wol­len tut sich hier eine poli­tisch und auch geo­gra­fisch inter­es­sante Mög­lich­keit auf. Könnte es sein, dass sich das Dritte Lager sei­nen eige­nen (Frei-)Staat zu zim­mern versucht?

Bevor das als para­no­ides Hirn­ge­spinst abge­tan wird, sollte man sich Fol­gen­des vor Augen füh­ren: Obwohl die FPÖ ste­tig im Auf­wind ist, gibt es doch keine Chance für sie, jemals eine abso­lute Mehr­heit im Natio­nal­rat zu errin­gen. Soviel Intel­li­genz und Inte­gri­tät unter­stelle ich den Öster­rei­chern minus Kärn­ten jetzt. Sie wäre also immer maxi­mal zweite Geige und auch eine immer wei­ter nach rechts rückende ÖVP wird kaum alle ras­sis­ti­schen, het­ze­ri­schen Wün­sche die­ser brau­nen Suppe erfüllen.

In Kärn­ten selbst ist das was Ande­res. Hier hat das BZÖ und jetzt eben die FPÖ satte 44 Pro­zent der Wäh­ler­stim­men, Ten­denz trotz Hypo-Wahnsinn, geis­tes­ge­stör­ten Akteu­ren vom Lan­des­haupt­mann abwärts und gigan­ti­schen Schul­den stei­gend. Was, wenn sich das rechte Lager jetzt mit ver­ein­ten Kräf­ten auf die­ses merk­wür­dige Bun­des­land stürzt? Den Staub ein biss­chen set­zen lässt und dann ein Volks­be­geh­ren star­tet, das die Los­lö­sung von Öster­reich zum Ziel hat? Kann man Stra­che und Kon­sor­ten so ein Husa­ren­stück zutrauen? Schwer zu sagen. Es wäre gewagt, das ist klar — denn geht es schief, ist diese FPÖ für Jahr­zehnte weg vom Fenster.

Geht es gut, hat sie ihren eige­nen Kleinstaat.

Dass es gut gehen könnte, dafür spre­chen man­che Indi­zien. Aus irgend einem Grund fällt zum Bei­spiel bei­nahe die Hälfte der Kärnt­ner auf die trans­pa­ren­ten Ver­spre­chun­gen, Ver­blen­dun­gen und Almo­sen von Jörg Hai­der und sei­nen Stell­ver­tre­tern auf Erden her­ein. Schul­den sieht man nicht, einen Hun­der­ter in der Hand schon. Die Popu­lis­mus­schiene wirkt in Kärn­ten wie nir­gends sonst. Und die dor­ti­gen Poli­ti­ker kön­nen wenig, aber das schon.

Die Kärnt­ner sehen sich nach jah­re­lan­gem ent­spre­chen­dem poli­ti­schem Trom­mel­feuer als ewig Benach­tei­ligte in der Repu­blik Öster­reich. Das wird poli­tisch so gut gemacht, dass man Leu­ten wie Dörf­ler und dem fei­xen­den Uwe Scheuch, der sich über die Ret­ter sei­ner Lan­des­bank auch noch lus­tig macht, direkt glau­ben könnte. Die wis­sen natür­lich, dass dem nicht so ist. Weiß es der Bürger?

Was hätte solch ein Wahn­sinn für Fol­gen? Oder, haben die Rech­ten die cojo­nes, alles zu ris­kie­ren und Deutsch-Kärnten mit­tels gna­den­lo­sem Popu­lis­mus in die Unab­hän­gig­keit zu füh­ren und einen Ver­such für ihr eige­nes klei­nes Reich zu star­ten? Man weiß es nicht. Viel­leicht inter­pre­tiere ich auch zu viel in das Ver­hal­ten die­ser Leute. Genau genom­men hoffe ich das sogar…

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