Iran.
2009
Die Situation im Iran ist fatal für die dortige Führung: Wie in einem Kelomat steigert sich der Druck im Inneren mehr und mehr und sucht nach einem Ventil. Niemand wird den Mullahs eine Träne nachweinen, wenn sie verschwunden sind, und doch sind sie irgend wie zu bemitleiden. Sie haben sich nämlich in eine lose-lose-Situation gebracht. Wenn die Proteste, die zu jeder Gelegenheit aufflammen, unterdrückt werden, dann wird die Wut im Volk immer mehr. Lässt sie die Protestierenden gewähren, dann weitet sich der Aufstand aus, es kommt zu Streiks und die Lage eskaliert erst recht.
Schuld an dieser Lage haben die streng konservativen Theokraten natürlich selbst. Sie wissen wohl, dass sie nur verlieren können, ein Abflauen der Proteste nur die Ruhe vor einem noch stärkeren Sturm wäre, der sie dann, vielleicht in ein paar Wochen, vielleicht auch Monaten oder einem Jahr, wegbläst. Vorbilder gibt es ja genug, siehe Rumänien, wo das Volk mit einem Staat fertigwurde, der die Gesellschaft noch viel mehr durchsetzt hatte. Es bedarf nur mutiger Menschen, die bereit sind, im Notfall auch ihr Leben für die Freiheit zu geben. So wie die Menschen auf dem Video unten — hier werden zwei Männer vom aufgebrachten Mob vom Galgen befreit. Wenn das gemeine Volk diesen Mut aufbringt, dann wird es normalerweise Zeit zum Gehen für die Anführer.
Selbstverständlich sollte der Westen diese Bestrebungen mit allen verdeckten Mitteln unterstützen. Allerdings mit viel Fingerspitzengefühl… denn der große Satan ist leicht beschworen und dürfte noch immer recht gut funktionieren. Nichts schweißt Regime und ihr Volk mehr zusammen als die Angst vor einem äußeren Feind.