Iran.

Dez
2009
27

Die Situa­tion im Iran ist fatal für die dor­tige Füh­rung: Wie in einem Kelo­mat stei­gert sich der Druck im Inne­ren mehr und mehr und sucht nach einem Ven­til. Nie­mand wird den Mul­lahs eine Träne nach­wei­nen, wenn sie ver­schwun­den sind, und doch sind sie irgend wie zu bemit­lei­den. Sie haben sich näm­lich in eine lose-lose-Situation gebracht. Wenn die Pro­teste, die zu jeder Gele­gen­heit auf­flam­men, unter­drückt wer­den, dann wird die Wut im Volk immer mehr. Lässt sie die Pro­tes­tie­ren­den gewäh­ren, dann wei­tet sich der Auf­stand aus, es kommt zu Streiks und die Lage eska­liert erst recht.

Schuld an die­ser Lage haben die streng kon­ser­va­ti­ven Theo­kra­ten natür­lich selbst. Sie wis­sen wohl, dass sie nur ver­lie­ren kön­nen, ein Abflauen der Pro­teste nur die Ruhe vor einem noch stär­ke­ren Sturm wäre, der sie dann, viel­leicht in ein paar Wochen, viel­leicht auch Mona­ten oder einem Jahr, weg­bläst. Vor­bil­der gibt es ja genug, siehe Rumä­nien, wo das Volk mit einem Staat fer­tig­wurde, der die Gesell­schaft noch viel mehr durch­setzt hatte. Es bedarf nur muti­ger Men­schen, die bereit sind, im Not­fall auch ihr Leben für die Frei­heit zu geben. So wie die Men­schen auf dem Video unten — hier wer­den zwei Män­ner vom auf­ge­brach­ten Mob vom Gal­gen befreit. Wenn das gemeine Volk die­sen Mut auf­bringt, dann wird es nor­ma­ler­weise Zeit zum Gehen für die Anführer.

Selbst­ver­ständ­lich sollte der Wes­ten diese Bestre­bun­gen mit allen ver­deck­ten Mit­teln unter­stüt­zen. Aller­dings mit viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl… denn der große Satan ist leicht beschwo­ren und dürfte noch immer recht gut funk­tio­nie­ren. Nichts schweißt Regime und ihr Volk mehr zusam­men als die Angst vor einem äuße­ren Feind.

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