Terror!!!!!!

Feb
2010
20

Nach dem Fall jener (mili­tan­ten?) Tier­schüt­zer, die zwar nicht ganz sau­ber sind aber auch keine mafiöse Ver­bin­dung, kommt jetzt eine neue und offen­bar miss­lie­bige Gruppe ins Visier der Ter­ror­fahn­der: Die als bru­tale Schlä­ger bekann­ten Väter, die um ihre Kin­der kämp­fen. Nun kann man viel­leicht die Kampf­rhe­to­rik der dor­ti­gen Ver­eins­zei­tung nicht beson­ders mögen oder gar der Mei­nung sein, dass Män­ner und Väter bei Schei­dun­gen gar nicht benach­tei­ligt wer­den — Fakt ist aber, dass diese Män­ner ein legi­ti­mes Anlie­gen und das Recht auf Öffent­lich­keit haben. Es ist  auch nicht ver­bo­ten, Kon­takt zu den eige­nen Kin­dern haben zu wollen.

Inter­es­sant ist, dass das jeman­dem ein Dorn im Auge ist. Bur­schen­schaf­ten und sons­tige Nazi­spin­ner kön­nen ver­bo­tene Paro­len skan­die­rend durch die Stra­ßen zie­hen, die Poli­zei schaut weg. Ein ehe­ma­li­ger Finanz­mi­nis­ter und seine Spe­zis kön­nen sich an Steu­er­gel­dern berei­chern, bis das Geld­börsl über­geht — bestraft wer­den die Seitenblicke-Zuschauer, denen diese Gestal­ten noch immer täg­lich schlei­mig ent­ge­gen­grin­sen. Die Hypo-Affäre, die dem Steu­er­zah­ler Hun­derte Mil­lio­nen gekos­tet hat, ist einen gan­zen Staats­an­walt wert (oder sind es schon zwei?). Die Repu­blik muss einen Waf­fen­händ­ler lau­fen las­sen, den zwar beim ganz offi­zi­el­len Eurofighter-Kauf kein Schwein brauchte, der aber Ehe­mann einer dama­li­gen ÖVP-Ministerin war und daher wohl ein fei­nes finan­zi­el­les Schnitt­chen machen musste. Skan­dal sta­pelt sich auf Skan­dal, den Preis bezah­len wir alle, es pas­siert nichts.Die EU lacht uns aus, die OECD beschei­nigt Hilf­lo­sig­keit, die Wut in der Bevöl­ke­rung ob die­ser Eska­pa­den wächst von Tag zu Tag. Was pas­siert? Die Jus­tiz streikt. Aber keine Panik, die wich­ti­gen Dinge wer­den sicher erle­digt… Haupt­sa­che, die gna­den­lose Ver­fol­gung von Schwarz­fah­rern funk­tio­niert präch­tig. Der Dieb­stahl eines Scho­ko­rie­gels? Kann unter gewis­sen Umstän­den exis­tenz­be­dro­hend sein. Wehe, ein Klein­schuld­ner bezahlt eine Rech­nung nicht pünkt­lich — da wird blitz­ar­tig eine ganze Ein­trei­ber­ma­fia aktiv, und sie kann sich auf die unhin­ter­fragte und pünkt­li­che Unter­stüt­zung durch die Staats­ge­walt ver­las­sen (der Exe­ku­tor kommt im Extrem­fall näm­lich, ohne dass die Legi­ti­mi­tät einer For­de­rung nach­ge­wie­sen wer­den muss).  Und offen­sicht­lich hat man sich dort jetzt auch dem Kampf gegen Grup­pen mit miss­lie­bi­gen Anlie­gen verschrieben.

Die Jus­tiz war immer etwas, an des­sen Fair­ness ein Groß­teil der Men­schen glaubte. Etwas, das sich natür­lich irren konnte, aber im End­ef­fekt für Gerech­tig­keit sorgte. Als dritte unab­hän­gige Säule des Staa­tes stand sie immer abseits des poli­ti­schen Tages­ge­plän­kels. Wäh­rend das Ver­trauen in die Poli­tik ins Boden­lose sank, die Men­schen in ihrer Ver­zweif­lung ihr Wäh­ler­ver­trauen unap­pe­tit­lich brau­nen Gestal­ten schenk­ten, arbei­tete sie ein­fach. Doch mit jeder Woche, in der mehr Ver­fah­ren gegen Polit­ker ‚ver­ges­sen’ wer­den, mit jedem Tag der Untä­tig­keit gegen­über jenen, die sich hem­mungs­los berei­chern und mit jeder Stunde, in der offen­sicht­lich wird, dass Jus­ti­tias Augen­binde nicht nur ver­rutscht son­dern abgän­gig ist, wird die­ses Ver­trauen wei­ter erschüt­tert. Das ist gefähr­lich. Vor allem in einer Situa­tion wie der heu­ti­gen, in der sowieso nicht mehr viel Ver­trauen in staat­li­che Ein­rich­tun­gen — außer als ver­läss­li­che Steu­er­geld­ver­nich­ter — vor­han­den ist.

1 comment

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  1. Verhaidert. –
    [...] Wo sie jedoch gefährlich wird, ist, wo sie auch tragende Säulen eines funktionierenden Staates durchsetzt. So wie etwa das ...

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