Kellernazi.
2010
Es erübrigt sich, recht viel über die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz zu schreiben. Der EUGH hat offiziell festgestellt, dass es völlig in Ordnung ist, sie als ‚Kellernazi’ zu bezeichnen, die Namen der zehn Kinder sprechen Bände, der Göttergatte ist im schwammigen Graubereich zwischen rechtem Flügel der FPÖ und dem Verbotsgesetz tätig, und die gute Frau selbst lässt keine Gelegenheit aus, sich im ganz braunen Sumpf umzutun. In der Öffentlichkeit gibt sie sich sachlich. Stramm rechts, aber nie in Berührung mit dem ganz Ekelhaften. Sobald die Kameras aus sind, zeigt sich das wahre Gesicht.
Die feine Sache ist… bei der Bundespräsidentenwahl zählt diesmal keine der üblichen Ausreden, mit denen FPÖ-Erfolge kleingeredet werden. Protestwahl, nicht gewusst, blabla. Nein. Diesmal liegt klar auf dem Tisch, wer da antritt. Im besten Fall (von einer nicht geistesgestörten Perspektive) bekommt sie 10 Prozent und alles ist gut. Im schlechtesten bekommt sie 30. Auf jeden Fall wird völlig klar sein, wie hoch der Anteil der ÖsterreicherInnen ist, die einen ausgewiesenen Nazi als Bundespräsidentin haben wolle. Kein Herumrechnen, keine Wählerstromanalysen, bei der Machtlosigkeit des BPs eigentlich überhaupt keine Analysen — die Zahl wird zeigen, wie es steht im Land. Persönlich habe ich ein ungutes Gefühl. Man kann nur hoffen, dass die anderen Parteien die richtigen Schlüsse ziehen werden, und das ist kein weiterer Rechtsruck. Zu befürchten ist Nein, aber die Hoffnung stirbt natürlich zuletzt.