Precious.

Mrz
2010
26

Ich habe die Oscar-Sensation ‚Pre­cious’ noch nicht gese­hen. Mor­gen kommt der Film aller­dings auch im deutsch­spra­chi­gen Raum in die Kinos, ohne Zwei­fel in einer bru­tal ver­stüm­mel­ten Syn­chron­fas­sung. Die Spra­che ist in sol­chen Fil­men wich­tig. Sie ist Teil der Cha­rak­tere. Am wich­tigs­ten ist aber, dass diese Spra­che voll­kom­men unüber­setz­bar ist (und im Ori­gi­nal wohl auch geüb­ten Eng­lisch­spre­chern Pro­bleme berei­tet). Aber egal. Jeden­falls schie­ßen die Reviews nur so aus dem Boden und über­schla­gen sich an anma­ßen­der Wich­tig­keit, etwas zu erklä­ren, das offen­sicht­lich bis zur Unkennt­lich­keit über­zeich­net ist.

Wie so oft schla­gen aber nicht die Zeit oder Der Stan­dard oder die FAZ dem Fass den Boden aus. Wie so oft ist es der hoch­qua­li­ta­tive jedoch grund­sätz­lich kul­tur– und wirt­schafts­pes­si­mis­ti­sche Web­dienst Tele­po­lis. Und so, vor lau­ter Schwa­feln und Schwa­feln und Wich­tig­ma­chen und noch mehr Schwa­feln… wird Mariah Carey plötz­lich schwarz. Was den Leser schnell wie­der auf den Boden der Rea­li­tät zurück­holt. Klei­ner Tipp auch für Kul­tur­jour­na­lis­ten: Es ist keine Schande, vom hohen Ross her­un­ter­zu­stei­gen und nicht im offen­sicht­lich vor­ge­täusch­ten aber lei­der, lei­der nicht beherrsch­ten ‚Niveau’ hilf­los zu ersaufen.

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