Precious.
2010
Ich habe die Oscar-Sensation ‚Precious’ noch nicht gesehen. Morgen kommt der Film allerdings auch im deutschsprachigen Raum in die Kinos, ohne Zweifel in einer brutal verstümmelten Synchronfassung. Die Sprache ist in solchen Filmen wichtig. Sie ist Teil der Charaktere. Am wichtigsten ist aber, dass diese Sprache vollkommen unübersetzbar ist (und im Original wohl auch geübten Englischsprechern Probleme bereitet). Aber egal. Jedenfalls schießen die Reviews nur so aus dem Boden und überschlagen sich an anmaßender Wichtigkeit, etwas zu erklären, das offensichtlich bis zur Unkenntlichkeit überzeichnet ist.
Wie so oft schlagen aber nicht die Zeit oder Der Standard oder die FAZ dem Fass den Boden aus. Wie so oft ist es der hochqualitative jedoch grundsätzlich kultur– und wirtschaftspessimistische Webdienst Telepolis. Und so, vor lauter Schwafeln und Schwafeln und Wichtigmachen und noch mehr Schwafeln… wird Mariah Carey plötzlich schwarz. Was den Leser schnell wieder auf den Boden der Realität zurückholt. Kleiner Tipp auch für Kulturjournalisten: Es ist keine Schande, vom hohen Ross herunterzusteigen und nicht im offensichtlich vorgetäuschten aber leider, leider nicht beherrschten ‚Niveau’ hilflos zu ersaufen.
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Jo mei. In den Medien wird ja auch der gegenwärtige amerikanische Präsident gerne als „Afroamerikaner” bezeichnet. Was nur beweist, dass man Oberflächlickeiten — dem vermeintlichen „Fremden” , das ins Auge fällt — immer noch sehr viel mehr Aufmerksamkeit zollt als der sozialen Wirklichkeit..