Hass.

Mrz
2010
30

Inter­es­sant. Ein Car­too­nist pho­to­shoppt einen eher schwa­chen Car­toon, in dem es um das milde Urteil gegen die Krem­ser Poli­zis­ten geht. Zur Erin­ne­rung: Die dran­gen zu zweit in einen dunk­len Super­markt ein, in den gerade ein­ge­bro­chen wurde — ohne zu sichern, das Gelände abzu­rie­geln und Ver­stär­kung anzu­for­dern. Dann haben sie einen Teen­ager erschos­sen, wahr­schein­lich in blin­der Panik. Ein Fall, der nicht mehr FUBAR sein könnte. Kein Rich­ter ist zu benei­den, der so etwas ver­han­deln muss. Aber gerade als Poli­zist braucht man sich da in Öster­reich eh sowieso keine Sor­gen machen. Fol­ter, Tot­schlag, insti­tu­tio­na­li­sier­ter Ras­sis­mus? Egal, ent­las­sen wurde wegen sol­cher Klei­nig­kei­ten noch nie­mand, von einer Gefäng­nis­strafe ganz zu schweigen.

Any­way, egal wie man zu die­sem Fall steht: Das Scho­ckie­rende sind die Reak­tio­nen der Lese­rIn­nen der Klei­nen Zei­tung auf diese kleine Kari­ka­tur. Da stre­cken blitz­ar­tig der Anti­se­mi­tis­mus und der blanke Hass gegen ‚das Fremde’ ihre graus­li­gen klei­nen Köpfe aus einem tie­fen brau­nen Erdloch.

Ich habe mir letz­tens von einem Freund anhö­ren müs­sen, ich sei ‚manisch’, was rechts im poli­ti­schen Sinn betrifft. Viel­leicht stimmt das. Aber Fälle wie die­ser zei­gen, was unter der ruhi­gen, tole­ran­ten Ober­flä­che lau­ert — und da kann man gar nicht para­noid genug sein. Heute ver­liert ein Kari­ka­tu­rist sei­nen Job. Was pas­siert mor­gen? Bren­nen die Anstän­di­gen unter Bei­fall der rech­ten Medio­kra­tie sein Haus nie­der und fas­sen ein pro-forma Ureil von zwei Mona­ten bedingt aus?

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