Hass.
2010
Interessant. Ein Cartoonist photoshoppt einen eher schwachen Cartoon, in dem es um das milde Urteil gegen die Kremser Polizisten geht. Zur Erinnerung: Die drangen zu zweit in einen dunklen Supermarkt ein, in den gerade eingebrochen wurde — ohne zu sichern, das Gelände abzuriegeln und Verstärkung anzufordern. Dann haben sie einen Teenager erschossen, wahrscheinlich in blinder Panik. Ein Fall, der nicht mehr FUBAR sein könnte. Kein Richter ist zu beneiden, der so etwas verhandeln muss. Aber gerade als Polizist braucht man sich da in Österreich eh sowieso keine Sorgen machen. Folter, Totschlag, institutionalisierter Rassismus? Egal, entlassen wurde wegen solcher Kleinigkeiten noch niemand, von einer Gefängnisstrafe ganz zu schweigen.
Anyway, egal wie man zu diesem Fall steht: Das Schockierende sind die Reaktionen der LeserInnen der Kleinen Zeitung auf diese kleine Karikatur. Da strecken blitzartig der Antisemitismus und der blanke Hass gegen ‚das Fremde’ ihre grausligen kleinen Köpfe aus einem tiefen braunen Erdloch.
Ich habe mir letztens von einem Freund anhören müssen, ich sei ‚manisch’, was rechts im politischen Sinn betrifft. Vielleicht stimmt das. Aber Fälle wie dieser zeigen, was unter der ruhigen, toleranten Oberfläche lauert — und da kann man gar nicht paranoid genug sein. Heute verliert ein Karikaturist seinen Job. Was passiert morgen? Brennen die Anständigen unter Beifall der rechten Mediokratie sein Haus nieder und fassen ein pro-forma Ureil von zwei Monaten bedingt aus?
2 comments
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„Kleingeistige Zeitung” wäre hier treffender.