Wir sind die Spekulanten.
2010
In den hektischen letzten Tagen, als die Politiker in Panik verfielen, ist vor allem eines aufgefallen: Europa hat sich zwar am Riemen gerissen und ein riesiges Rettungspaket für gefährdete Staaten geschnürt, aber andererseits wurde auch kräftigst auf gesichtslose ‚Spekulanten’ geschimpft, wie, um die unpopulären Maßnahmen zu erklären.
Nun gibt es natürlich Spekulanten. George Soros ist einer der bekanntesten. Und entspricht so gar nicht dem Bild des vor Gier bleichen, verkniffenen Geldschefflers. Es gibt auch Tausendschaften kleinerer Fische. Sie alle haben eines gemeinsam — natürlich wollen sie von Entwicklungen auf dem Kapitalmarkt profitieren. Doch die wahren Täter, die den Steuerzahler wirklich viel Geld kosten? Sind sie nicht. Dazu sind sie nicht mächtig genug. Wer das aber schon ist, sind die Bürger der EU, der USA, Japans. Die wollen nämlich ihr Geld anlegen, um vielleicht eines Tages eine Pension zu bekommen. Die Banken, denen sie ihre Euros, Dollars und Yens anvertrauen, haben die klaren Auftrag, selbige zu vermehren.
Im Gegensatz zur landläufigen Meinung werden die Billionen dabei nicht von Fondsmanagern händisch verwaltet, sondern computergesteuert angelegt. Software entscheidet, was gekauft wird und was nicht. Am Freitag, den 7. Mai, führte diese Art des Dealens zu einem Kaskadeneffekt, der den Dow Jones innerhalb von Minuten 1000 Punkte in die Tiefe riss, während der human factor nur mit offenem Mund zuschauen konnte.
Diese Unternehmen, die Raikas, die Volksbanken, die Sparkassen und ihre Schwestern in aller Welt sind durch ihre Masse die wahren Schuldigen. Deren Kunden? Wir. Eine solche Bank kann keinen Schaden anrichten. Tausende sehr wohl. Wir bestehen auf möglichst viel Zinsertrag, und die Banken tun alles, um uns diesen Wunsch zu erfüllen. Das sollte man sich vielleicht überlegen, bevor man auf nur am Rande existente Phantome losgeht. Die sind zwar keine Engel und gehören endlich besteuert. An der Nase nehmen muss man allerdings sich selbst.
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[...] griechischen Lage legitim. Zur Zielscheibe für die ausufernde Spekulation gegen Griechenland (von anderer Seite als landläufig angenommen) wurde das ...