Wir sind die Spekulanten.

Mai
2010
12

In den hek­ti­schen letz­ten Tagen, als die Poli­ti­ker in Panik ver­fie­len, ist vor allem eines auf­ge­fal­len: Europa hat sich zwar am Rie­men geris­sen und ein rie­si­ges Ret­tungs­pa­ket für gefähr­dete Staa­ten geschnürt, aber ande­rer­seits wurde auch kräf­tigst auf gesichts­lose ‚Spe­ku­lan­ten’ geschimpft, wie, um die unpo­pu­lä­ren Maß­nah­men zu erklären.

Nun gibt es natür­lich Spe­ku­lan­ten. George Soros ist einer der bekann­tes­ten. Und ent­spricht so gar nicht dem Bild des vor Gier blei­chen, ver­knif­fe­nen Gelds­cheff­lers. Es gibt auch Tau­send­schaf­ten klei­ne­rer Fische. Sie alle haben eines gemein­sam — natür­lich wol­len sie von Ent­wick­lun­gen auf dem Kapi­tal­markt pro­fi­tie­ren. Doch die wah­ren Täter, die den Steu­er­zah­ler wirk­lich viel Geld kos­ten? Sind sie nicht. Dazu sind sie nicht mäch­tig genug. Wer das aber schon ist, sind die Bür­ger der EU, der USA, Japans. Die wol­len näm­lich ihr Geld anle­gen, um viel­leicht eines Tages eine Pen­sion zu bekom­men. Die Ban­ken, denen sie ihre Euros, Dol­lars und Yens anver­trauen, haben die kla­ren Auf­trag, sel­bige zu vermehren.

Im Gegen­satz zur land­läu­fi­gen Mei­nung wer­den die Bil­lio­nen dabei nicht von Fonds­ma­na­gern hän­disch ver­wal­tet, son­dern com­pu­ter­ge­steu­ert ange­legt. Soft­ware ent­schei­det, was gekauft wird und was nicht. Am Frei­tag, den 7. Mai, führte diese Art des Dea­lens zu einem Kas­ka­den­ef­fekt, der den Dow Jones inner­halb von Minu­ten 1000 Punkte in die Tiefe riss, wäh­rend der human fac­tor nur mit offe­nem Mund zuschauen konnte.

Diese Unter­neh­men, die Rai­kas, die Volks­ban­ken, die Spar­kas­sen und ihre Schwes­tern in aller Welt sind durch ihre Masse die wah­ren Schul­di­gen. Deren Kun­den? Wir. Eine sol­che Bank kann kei­nen Scha­den anrich­ten. Tau­sende sehr wohl. Wir beste­hen auf mög­lichst viel Zins­er­trag, und die Ban­ken tun alles, um uns die­sen Wunsch zu erfül­len. Das sollte man sich viel­leicht über­le­gen, bevor man auf nur am Rande exis­tente Phan­tome los­geht. Die sind zwar keine Engel und gehö­ren end­lich besteu­ert. An der Nase neh­men muss man aller­dings sich selbst.

1 comment

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  1. - Ἀνάγκᾳ δ’οὐδὲ θεοὶ μάχονται.
    [...] griechischen Lage legitim. Zur Zielscheibe für die ausufernde Spekulation gegen Griechenland (von anderer Seite als landläufig angenommen) wurde das ...

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