Mord in Firenze.

Jul
2010
17

Das Gerücht, dass Video­spiele was für Kin­der sind, dürfte schön lang­sam aus­ster­ben. Ein per­fek­tes Bei­spiel dafür ist Assassin’s Creed 2. Abge­se­hen von einem unsäg­li­chen Kopier­schutz (danke Ubi­soft, ihr seid da wirk­lich Welt­markt­füh­rer im Unnä­dig­sein) funk­tio­niert die­ses ‘Spiel’ auf allen Ebe­nen wie ein sehr gut pro­du­zier­ter Film. Dabei sticht nicht die Bru­ta­li­tät ins Auge – was erwar­tet man, wenn man sich durchs Ita­lien der Renais­sance mor­det – son­dern die peni­ble his­to­ri­sche Genau­ig­keit der Pro­du­zen­ten. Könnte ein Kind schät­zen, dass Flo­renz, Vene­dig, Forlì und San Gimi­gnano unglaub­lich rea­li­täts­nah nach­ge­baut wur­den? Dass jedes Klei­dungs­stück, jede Waffe his­to­risch real ist?

Wenn man diese Gegend kennt, kann man die vie­len Details noch mehr schät­zen. Vor allem San Gimi­gnano sieht heute noch genauso aus wie vor 600 Jah­ren, minus Tou­ris­ten­mas­sen dafür plus lange Mes­ser. Beeindruckend.

Natür­lich darf man die Geschichte nicht allzu ernst neh­men. Inter­es­sant ist aber, wie sehr sie mit rea­len Ereig­nis­sen ver­wo­ben wird. da Vinci, Mac­chia­velli und die Bor­gias – alle da und deut­lich mehr als Auf­putz. So geht das, liebe Spie­le­her­stel­ler. Ein Dumm-Shooter nach dem ande­ren ist sicher nicht der Weg zur Glück­se­lig­keit. Wie in Hol­ly­wood muss da ein biss­chen mehr Feuer dahin­ter sein. Sorg­falt und ein breit ange­spro­chene Zuschau­er­schicht zah­len sich aus, egal, ob auf der Lein­wand oder auf dem Bildschirm.

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