Das Gerücht, dass Videospiele was für Kinder sind, dürfte schön langsam aussterben. Ein perfektes Beispiel dafür ist Assassin’s Creed 2. Abgesehen von einem unsäglichen Kopierschutz (danke Ubisoft, ihr seid da wirklich Weltmarktführer im Unnädigsein) funktioniert dieses ‘Spiel’ auf allen Ebenen wie ein sehr gut produzierter Film. Dabei sticht nicht die Brutalität ins Auge – was erwartet man, wenn man sich durchs Italien der Renaissance mordet – sondern die penible historische Genauigkeit der Produzenten. Könnte ein Kind schätzen, dass Florenz, Venedig, Forlì und San Gimignano unglaublich realitätsnah nachgebaut wurden? Dass jedes Kleidungsstück, jede Waffe historisch real ist?
Wenn man diese Gegend kennt, kann man die vielen Details noch mehr schätzen. Vor allem San Gimignano sieht heute noch genauso aus wie vor 600 Jahren, minus Touristenmassen dafür plus lange Messer. Beeindruckend.
Natürlich darf man die Geschichte nicht allzu ernst nehmen. Interessant ist aber, wie sehr sie mit realen Ereignissen verwoben wird. da Vinci, Macchiavelli und die Borgias – alle da und deutlich mehr als Aufputz. So geht das, liebe Spielehersteller. Ein Dumm-Shooter nach dem anderen ist sicher nicht der Weg zur Glückseligkeit. Wie in Hollywood muss da ein bisschen mehr Feuer dahinter sein. Sorgfalt und ein breit angesprochene Zuschauerschicht zahlen sich aus, egal, ob auf der Leinwand oder auf dem Bildschirm.