Unglaublich schlecht.

Jul
2010
28

(Das Foto ist von die­sem Blog­ger­kol­le­gen geklaut)

Nein, als ich das erste Mal die­ses Pla­kat gegen­über mei­ner Bus­hal­te­stelle hän­gen gese­hen habe, ist nicht der kleine Frau­en­ver­ste­her in mir schrei­end auf­ge­wacht. Es ist mir egal, dass es sowohl Män­ner als auch Frauen glei­cher­ma­ßen dis­kri­mi­niert (indem es die einen zu rei­nen Sex­ob­jek­ten macht und den ande­ren jede Art von Trieb­kon­trolle abspricht). Das muss Hir­ter eh sel­ber wis­sen, ob es die ver­schwin­dend kleine Ziel­gruppe, der sowas gefällt, wirk­lich gegen den Rest der Mensch­heit aus­tau­schen will.

Scho­ckie­rend ist, wie grot­ten­schlecht diese ‚Kam­pa­gne’ ist und zwar auf jeder nur erdenk­li­chen Ebene.

Zuerst die Idee. Wel­che Idee? Nackte Frauen, die Bier hal­ten? Wow. Das müs­sen wahre Plan­ning–Mara­thons gewe­sen sein. Man sieht die Schlaf­sä­cke prak­tisch vor sich, in denen sich unru­hige Krea­tive unter Agen­tur­ti­schen ein paar Minu­ten lang zu ent­span­nen suchen, bevor die nächste Ses­sion ruft.

Beson­ders gemein ist aber, dass, als die­ses löwen­ver­däch­tige Sujet nach Wochen, nein, Mona­ten, gebo­ren war — wir wol­len nicht wis­sen, auf wel­chem Weg es den Kör­per der ‚Krea­ti­ven’ ver­las­sen hat — etwas pas­siert ist. Der Grafik-Ferialpraktikant. Der hat das dann verpfuscht.

Das Pla­kat ist näm­lich nicht nur sau­dumm und fan­ta­sie­los, es ist auch unend­lich schlun­dig gemacht. Es war offen­sicht­lich zu viel Auf­wand, diese drei Mädels an einem Ort zu ver­sam­meln. Enter Pho­to­shop, stage left. Was genau ist eine Per­spek­tive? Egal, merkt eh kei­ner von den Geil­spech­ten. Tut die Kör­per­hal­tung der Schwarz­haa­ri­gen eigent­lich weh? Und: Wenn sie schon offen­sicht­lich aus ver­schie­de­nen Win­keln foto­gra­fiert und mit der Sub­ti­li­tät einer Rolle Tixo zusam­men­ge­pappt wer­den, kann man den Models auch gleich die Auf­gabe ersparen, die Glä­ser in der Hand zu hal­ten. Fol­ge­rich­tig schwe­ben sel­bige nicht nur vor Rot­haa­ri­gen im lee­ren Raum. Der Hin­ter­grund schließ­lich… soll das den blauen Som­mer­him­mel dar­stel­len oder wurde hier ein­fach ver­ges­sen, die Blue Box zu erset­zen? Kann man ja leicht übersehen…

Man wird es wohl nie erfah­ren. Eben­so­we­nig, was ein gutes Unter­neh­men mit einem süf­fi­gen Pro­dukt dazu gerit­ten hat, sich mit… sowas… nach außen zu prä­sen­tie­ren. Oder, anders gefragt: In wel­cher Wer­be­agen­tur wer­den Krea­tive, die so etwas fabri­zie­ren, nicht auf der Stelle gefeu­ert? Ich meine, das kann man schon her­zei­gen. Agen­turin­tern. Wenn der Chef am Sams­tag­vor­mit­tag ein Brain­stor­ming ansetzt und man unbe­dingt was iro­nisch Gebro­che­nes braucht, um die Schlech­tig­keit der Welt anzuprangern.

Per­sön­lich glaube ich eher, dass der Agen­tur­chef und der Boss von Hir­ter eines Abends etwas zu lang beim eige­nen Pro­dukt zusam­men­ge­ses­sen sind. Irgend wann fal­len dann unwei­ger­lich die magi­schen Worte: Traust di nie…

4 comments

  1. gnal
  2. admin

Trackback e pingback

  1. - Nachtrag Hirter.
    [...] Gott, die meinen das wirklich ernst. Hier ist der TV-Spot zur übergeilen ‘Idee’. Gehts noch ein bisserl [...]

Leave a Reply

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien