Skandal ohne Gewöhnungseffekt.

Aug
2010
19

Um end­lich ein­mal von den brau­nen Machen­schaf­ten und der Kor­rup­tion im Land weg­zu­kom­men (obwohl, das ist eigent­lich ein Thema…): Hier ein Klas­si­ker der öster­rei­chi­schen Skan­dal­ge­schichte, bevor der Skan­dal all­täg­lich wurde und tat­säch­lich noch etwas war, das Men­schen inter­es­sierte, scho­ckierte und zum Dis­ku­tie­ren anregte. Es ist näm­lich exakt 25 Jahre her, dass in Öster­reich der soge­nannte Wein­skan­dal publik wurde. Viel­leicht erin­nern sich man­che noch: Da haben öster­rei­chi­sche und ein paar deut­sche Win­zer das Frost­schutz­mit­tel Gly­kol in ihre Weine geschüt­tet, um sie süß und süf­fig zu machen. Bei­ga­ben zum Wein sind nicht nur ver­bo­ten, die­ser spe­zi­elle ist auch noch hochgifitig.

In den öster­rei­chi­schen Medien wird der Gly­kolskan­dal so gar nicht the­ma­ti­siert und das, obwohl er zum Ende und der schil­lern­den Wie­der­ge­burt des öster­rei­chi­schen Wein­baus führte (und auch zu einem der strengs­ten Lebens­mit­tel­ge­setze der Welt). Dank der Süd­deut­schen gibts aber zumin­dest eine schöne Zusammenfassung.

Süßes Gift

Vor 25 Jah­ren wurde bekannt, wie die öster­rei­chi­schen Win­zer ihre Trop­fen so süß beka­men: Durch Zugabe von Frost­schutz­mit­tel. Der Skan­dal führte zu einer wun­der­sa­men Auf­er­ste­hung des öster­rei­chi­schen Weins.

Ver­ach­tet mir nicht den Grü­nen aus Mei­ßen.” So ermahnte einst Geheim­rat Goe­the seine über­heb­li­chen Frank­fur­ter Freunde. Die mein­ten, nur am Rhein wachse schö­ner, „süßer” Wein, aber an der Elbe? Die Sucht nach süßem Wein in Deutsch­land — und das war der aus Sach­sen nicht — sollte lange Zeit bei­nahe eine ganze Wein­na­tion in den Abgrund rei­ßen. Vor 25 Jah­ren, im August 1985, erreichte der soge­nannte Gly­kolskan­dal sei­nen Höhe­punkt: Das bun­des­deut­sche Gesund­heits­mi­nis­te­rium in Bonn prä­sen­tierte eine Warn­liste von 803 öster­rei­chi­schen und 27 deut­schen Wei­nen, deren Ver­zehr wegen hohen Anteils von Diäthy­len­gly­kol gefähr­lich sei. Diäthy­len­gly­kol, ein han­dels­üb­li­ches Frost­schutz­mit­tel, ist süß und ver­leiht allem, dem man es bei­mengt, geschmei­dige Lieb­lich­keit. Und es ist hochgiftig.

Wei­ter­le­sen!

Leave a Reply

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung! Jetzt klicken &handeln! Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien