Wants and needs :D
2010
Ist eine ganz interessante Überlegung, die mich die letzten Tage verfolgt hat. Natürlich bin ich nicht der erste, der sie jemals hatte und wahrscheinlich auch nicht der letzte. Worin liegt wirklich der Unterschied zwischen Wollen und Brauchen? Was braucht der Mensch? Hätte man nicht mehr Spaß in einem Zelt am Strand von Hawaii als Tag für Tag… hier? Wofür? Für zwei Dinge:
1. Eine vielleicht bessere Zukunft. Das ist, danke Pi, eine sehr katholische Grundeinstellung. Der Katholizismus ist die einzige Religion, die ständig auf ‚später’ vertröstet. Alle anderen meinen, JETZT zu leben. Eigentlich interessant, wie sehr man kulturell geprägt wird, auch wenn man den Hokuspokus eigentlich so gar nicht glaubt. Morgen, später, nach der ultimativen Grenze kannst du dann alles haben, wenn du nur jetzt schön brav bist. Hm.
2. Die Jagd nach Dingen, die eigentlich kein Mensch braucht. Interessant, wie sehr man auch als Werber von den kreierten und begehrenswerten Welten (die man ja auch selbst erfunden hat und deren Falschheit man daher kennt!) eingewickelt wird. Trotzdem man die Zielsetzung kennt, definiert man sich wie der gemeine Konsument, über die Dinge, die man besitzt. Und nicht darüber, wie sehr man das, was man hat, auskostet. Wobei man dann sehr schnell draufkommt, dass Dinge wie der Geruch von Gras nach einem Regenguss viel mehr Freude bringen können als der teuerste Konsumartikel. Und ja, schon klar, das ist genau, was alle sagen, die sich diesen Artikel — sei es das größte Handy oder die Yacht mit den goldenen Armaturen — nicht leisten können.
Langsam jedoch gebe ich denen Recht. Wie haben STS so schön gesagt? ‚Die Rechnung, die geht sowieso nia auf’. Tut sie nicht. Wenn man nicht gerade Bill Gates ist, dann gibt es immer mehr, mehr, mehr, dem man nachjagen ‚muss’.
Die Frage ist nur: Wie beendet man dieses tief in sich sitzende Denken? Immerhin hat man es ein Leben lang erlernt, immer nur mehr zu wollen. Unser gesamten Wirtschaftssystem ist darauf aufgebaut, jedes Kind weiß, dass Wirtschaftswachstum = gut bedeutet. Es wird uns von Kindheit an eingetrichtert, selbst dem Nachwuchs ultralinker Birkenstockträger, der dann BWL studiert.
Soviel zu den unoriginellen Gedanken zum Tag.