Wants and needs :D

Sep
2010
05

Ziem­lich treffend!

Ist eine ganz inter­es­sante Über­le­gung, die mich die letz­ten Tage ver­folgt hat. Natür­lich bin ich nicht der erste, der sie jemals hatte und wahr­schein­lich auch nicht der letzte. Worin liegt wirk­lich der Unter­schied zwi­schen Wol­len und Brau­chen? Was braucht der Mensch? Hätte man nicht mehr Spaß in einem Zelt am Strand von Hawaii als Tag für Tag… hier? Wofür? Für zwei Dinge:

1. Eine viel­leicht bes­sere Zukunft. Das ist, danke Pi, eine sehr katho­li­sche Grund­ein­stel­lung. Der Katho­li­zis­mus ist die ein­zige Reli­gion, die stän­dig auf ‚spä­ter’ ver­trös­tet. Alle ande­ren mei­nen, JETZT zu leben. Eigent­lich inter­es­sant, wie sehr man kul­tu­rell geprägt wird, auch wenn man den Hokus­po­kus eigent­lich so gar nicht glaubt. Mor­gen, spä­ter, nach der ulti­ma­ti­ven Grenze kannst du dann alles haben, wenn du nur jetzt schön brav bist. Hm.

2. Die Jagd nach Din­gen, die eigent­lich kein Mensch braucht. Inter­es­sant, wie sehr man auch als Wer­ber von den kre­ier­ten und begeh­rens­wer­ten Wel­ten (die man ja auch selbst erfun­den hat und deren Falsch­heit man daher kennt!) ein­ge­wi­ckelt wird. Trotz­dem man die Ziel­set­zung kennt, defi­niert man sich wie der gemeine Kon­su­ment, über die Dinge, die man besitzt. Und nicht dar­über, wie sehr man das, was man hat, aus­kos­tet. Wobei man dann sehr schnell drauf­kommt, dass Dinge wie der Geruch von Gras nach einem Regen­guss viel mehr Freude brin­gen kön­nen als der teu­erste Kon­sum­ar­ti­kel. Und ja, schon klar, das ist genau, was alle sagen, die sich die­sen Arti­kel — sei es das größte Handy oder die Yacht mit den gol­de­nen Arma­tu­ren — nicht leis­ten können.

Lang­sam jedoch gebe ich denen Recht. Wie haben STS so schön gesagt? ‚Die Rech­nung, die geht sowieso nia auf’. Tut sie nicht. Wenn man nicht gerade Bill Gates ist, dann gibt es immer mehr, mehr, mehr, dem man nach­ja­gen ‚muss’.

Die Frage ist nur: Wie been­det man die­ses tief in sich sit­zende Den­ken? Immer­hin hat man es ein Leben lang erlernt, immer nur mehr zu wol­len. Unser gesam­ten Wirt­schafts­sys­tem ist dar­auf auf­ge­baut, jedes Kind weiß, dass Wirt­schafts­wachs­tum = gut bedeu­tet. Es wird uns von Kind­heit an ein­ge­trich­tert, selbst dem Nach­wuchs ultra­lin­ker Bir­ken­stock­trä­ger, der dann BWL studiert.

Soviel zu den unori­gi­nel­len Gedan­ken zum Tag.

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