doom!
2011
Liebe Kollegen von Spiegel Online,
ich weiß, es kann am Samstag in der Redaktion ziemlich fad sein. Ich weiß auch, dass ihr es als eure Aufgabe seht, in Sachen Euro Blut & Beuscheljournalismus der allertiefsten Sorte zu betreiben. Warum? Das wisst nur ihr. Jedenfalls hat es euch dabei schon ziemlich oft auf die Schnauze gehauen, als doch nicht alles so kam wie von Spiegladamus vorhergesagt. Und dann muss ich heute diesen Aufmacher sehen.
Nun gut.
Liebe Kollegen, die Diskrepanz zwischen ganz großer Katastrophen-Headline (DOOM!) und Fließtext (aha, die rechnen also) ist auch für den Laien recht schnell zu erkennen. Sagen wir mal so: Es wäre äußerst befremdlich, würden nicht alle europäischen Finanzministerien, die ECB, die US-Fed und sämtliche Banken, die auch nur eine Griechenlandanleihe im Portfolio haben, diese Szenarien laufend durchrechnen. Genau genommen wäre es verantwortungslos, und zwar etwa im selben Ausmaß, wie eines der größten deutschsprachigen Online-Medien krampfhaft die eigene Währung in Grund und Boden zu schreiben versucht.
Es wäre langsam Zeit, dass die Spiegel-Redaktion ihre Investment-Portfolios offenlegt. In den USA gehört es zum guten Ton, dass Journalisten am Ende eines Artikels angeben, welche Verbindungen sie zu in darin genannten Unternehmen haben. So, wie die Spiegel-Redaktion ‘Wirtschaftsjournalismus’ betreibt, sollten seine Leser das auch fordern. Es ist schwer zu glauben, dass hier wirklich niemand von einem Euro-Zusammenbruch profitieren würde. Oder ist es noch schlimmer?
Schreibt man beim einstigen Qualitätsmagazin etwa dem Stammtisch nach dem Maul?
Mit sich inzwischen in engen Grenzen haltender Hochachtung…

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[...] macht das mediale Dauerfeuer Angst. Der Euro bricht zum Beispiel beim Ex-Qualitätsblatt Der Spiegel sowieso jede Woche zusammen, nur ...