Nach jahrelangem Herumgewürge haben es die Rechteverwerter AKM und austro mechana endlich auch den Sprung ins 21.Jahrhundert geschafft und einen Vertrag mit dem Super-Internetradio Spotify abgeschlossen. Nachdem inzwischen beinahe die ganze Welt bedient wird, dürften auch wir jetzt bald in den Genuss kommen.
Viel Glück den anderen kleinen Märkten in der EU. Zeit, sich zusammenzuschließen und die gesamte EU mit einem Rechtegeier zu bedienen statt mit 27 verschiedenen.
Ja, man darf wohl noch träumen…
Das war also die Bombe, die gezündet werden musste: Der griechische Ministerpräsident George Papandreou kündigt an, das EU-Hilfspaket inklusive Schuldenschnitt für sein Land einer Volksabstimmung zu unterwerfen. Er verknüpft dabei geschickt sein eigenes politisches Schicksal mit dem Ausgang dieser Abstimmung.
Abgesehen davon, dass Volksabtimmungen zu Themen, die nicht einmal Experten verstehen, kompletter Nonsens sind, ist die die Fragestellung interessant. Egal, wie sie formuliert ist, sie läuft auf diese Wahlmöglichkeiten hinaus:
1. Wollt ihr die harten Einschnitte, die ihr kennt und die wir kommuniziert haben.
2. Wollt ihr noch viel, viel schlimmere Einschnitte, die nach einer Staatspleite folgen, die ihr aber noch nicht kennt?
Die Griechen sind wütend, sie werden sich für Variante 2 entscheiden. Ein Oxi (nein) ist so gut wie sicher.
Während jetzt die Pseudo-Demokratiefreunde vor Freude aufheulen und diese Abstimmung als ‘direkte Demokratie’ gegen das ‘Diktat’ aus Brüssel preisen, könnten sie, wie so oft, nicht weiter von der Wahrheit entfernt liegen. Denn was die Kronen Zeitung und HC Strache ihnen nicht verraten ist: Ein Bankrott Griechenlands kommt uns wesentlich teurer als die Hilfen, die zugesagt sind plus der Schuldenerlass von 50 Prozent. Warum ist das so? Dafür muss man ein wenig weiter ausholen.
Ein Lieblingswort der EU-feindlichen Diskutantenmeute ist ‘Bankenrettung’. Furchtbar, geht nicht, lasst sie pleite gehen. Was nicht bedacht wird ist, dass an Banken so viel mehr dranhängt als nur das Unternehmen selbst. Geht eine Bank pleite, wird sie nichts mehr auszahlen und keine Kredite mehr vergeben. Das bedeutet, dass der Schreier eventuell kein Gehalt mehr bekommt, weil Unternehmen Gehälter gerne als Dispokredit zahlen, der dann im Lauf des folgenden Monats wieder aufgefüllt wird. Zwei Tage, nachdem sich der Schreier beim Chef aufgeregt hat, bekommen beide einen eingeschriebenen Brief von der Bank, in dem offene Kredite fällig gestellt werden. Diesen Brief bekommen alle Schuldner, inklusive allen Staaten, denen die Bank Geld geborgt hat. Wer hier kein Problem sieht, dem ist nicht zu helfen – während Staaten reihenweise Bankrott gehen können und einfach nicht zahlen, wird der kleine Häuslbauer, der noch 20 Jahre lang abbezahlt hätte, vor einem Existenzproblem stehen. Und verkaufen. Was den Immo-Markt einbrechen lässt, was dann die überlebenden Banken zum Anlass nehmen, weitere Kredite fällig zu stellen, da ja die Sicherheiten weniger wert sind…
So weit denken jene nicht, die in ihrer Dummheit jubeln, wenn es Banken schlecht geht (die Schuldfrage sei hier ausgeklammert; eine gesetzliche Trennung von Tagesgeschäft und Risikospekulation muss ohnehin früher oder später kommen).
Doch was passiert, wenn die Griechen in ihrer neu gefundenen Demokratie mit NEIN stimmen?
Das Land geht sofort bankrott, mit oder ohne Euro, ist eigentlich egal. Das bedeutet, dass die sogenannten CDS (Credit Default Swaps oder auch Wetten auf eine Pleite) schlagend werden. Das bringt dann eine Reihe von Banken einfach um, wobei wir wieder beim letzten Punkt angelangt wären. Das ist der berüchtigte Dominoeffekt, den weder die Linke noch die Rechte verstehen und/oder glauben wollen.
Papandreou andererseits ist fein heraus. Was immer passiert, JA oder NEIN, er kann sich fürderhin am Volk abputzen und jede noch so brutale Maßnahme mit Fingerzeig auf das Ergebnis rechtfertigen. Ihr wolltet es so! Er und seine Regierung sind dabei die einzigen Gewinner. Der Rest der Welt inklusive der angeblich partizipierenden Griechen ist ihm auf den Leim gegangen und hat verloren.
Heute ist also ein entscheidender Tag für Europa. Am Abend kommen die Regierungschefs zusammen und wollen die Probleme des Euro lösen. Vermutlich wird ihnen das auch gelingen — irgend wie, als an den Haaren schreiend und tretend hinter ihnen nachgeschleifter Kompromiss. Nicht etwa, weil sie so kompetent wären, sondern deshalb, weil sie nicht als Verantwortliche eines vermeidbaren Wirtschaftscrashs in die Geschichte eingehen wollen.
Immer und immer wieder liest man jedoch von denselben Leuten, die der Meinung sind, nur Mauern rund um möglichst kleine Nationalstaaten wären die Lösung. Nur Ministrukturen können uns retten, wenn wir uns auf das Kleine konzentrieren, vielleicht übersieht uns die große, böse Welt dann. Die Stichworte sind immer gleich: Geldsystem! Zinssystem! Ewiges Wachstum! Alles wäre besser, ginge es nur so, wie ich mir das vorstelle! Zurück zum Gold, nein, besser, zur Tauschwirtschaft!
Natürlich schwingt bei diesen ‚gut gemeinten’ apokalpytischen Warnungen immer ein gehörig Maß an Dumpf-Nationalismus mit. Der Stammtisch hat Recht, ‚die da oben’ sind sowieso lauter Vollkoffer, die uns die Taschen ausräumen wollen. Nun, das mag vielleicht in einem engen Rahmen nicht so unrichtig sein, aber im Großen und Ganzen hat der Bierbruder am Stammtisch — wie meistens — ganz einfach Unrecht. Aus zweierlei Gründen:
1. Weil er noch weniger Ahnung von irgend welchen Zusammenhängen hat als die ohnehin schon kopflos agierenden Politiker und
2. weil er ganz einfach, und da wiederhole ich mich gerne, im Durchschnitt ein Vollidiot ist.
Nur um einmal aufzuzeigen, welche ‚Quellen’ von den Untergangskreisen immer und immer wieder zitiert werden, nehmen wir doch stellvertretend den inzwischen heiß geliebten Andreas Popp heraus. Den Mann kannte bis vor einigen Monaten noch keiner, dann hat jemand ein Video von ihm auf youtube gefunden, das Gezeter gut gefunden und sofort recherchelos in die Anti-Euro-Nichtargumentation eingebaut. Ja, von dem gibt es jede Menge, und es ist sehr monothematisch.
Überrascht es eigentlich niemanden, dass Andreas Popp ein rechtsradikaler Spinner ist? Mit welchen Gestalten legen sich die Europagegner eigentlich noch ins Bett, nur weil Wanzen dieser Art auch schon drin sind und ihnen ins Ohr flüstern, was sie gerne hören möchten? Stört es niemanden, dass ein anderer Grundpfeiler der Euro-Gegner, Volker Pispers, Kabarettist und kein Wirtschaftsforscher ist? Oder dass der ebenfalls hundertfach zitierte Dirk Müller sein Gehalt damit verdient, das Gesicht passend zu den aktuellen Börsekursen zu verziehen?
Sorry. Man kann mich ja wirklich nicht gerade autoritätshörig nennen. Aber bei dieser Garde, die von jenen, die vom Untergang so sehr träumen, als total seriöse Quellen in jedes verfügbare Forum gespammt werden, halte ich mich doch lieber an Angela Merkel. Und das kann sie sich ins Stammbuch schreiben, dann das kommt vermutlich nie wieder vor.
Für die längere Nichtaktiviät hier. Die Zeiten schreien zwar nach Kommentierung, aber meine Zeit lässt es nicht zu. Doch, liebe Lesergemeinde oder was noch davon übrig ist: Das gibt sich wieder ![]()
Man kann ja nicht gerade behaupten, dass die österreichische Innenpolitik in letzter Zeit angenehm (und vor allem billig) skandalfrei sei. Was da so an schwarz-blaunen Relikten hochgespült wird, kann durchaus mit einer zentralafrikanischen Kleptokratie mithalten, nur sind die Anzüge teurer. Was sich selbige Reichshälfte natürlich nicht einfach so bieten lassen kann; daher wird auch Bundeskanzler Faymann angeschmiert. Inserate hat er geschaltet, auf Kosten der Telekom, ÖBB und der ASFINAG, die seinem Besten und nicht dem dieser Unternehmen gedient haben. Das Marketing– und Inseratbudget soll zum Beispiel die in undurchsichtigen Besitzverhältnissen stehende Gratis-Krawallzeitung Heute beinahe vollständig für ein Jahr finanziert haben. Zu alten Bekannten wie Grasser, Meischberger, Hochegger, Gorbach oder Strasser gesellen sich jetzt neue Skandalbrüder wie Ostermayer, Kloibmüller und eben Faymann. Dabei liegen die Nerven nicht nur bei den Roten bloß, sogar einzelne Ministerien der gleichen Farbe gehen aufeinander los. Der Laie könnte glauben, dass alle miteinander so tief im Skandalsumpf feststecken, dass es kein Entkommen gibt.
Das Interessante ist jedoch, wie die PR-gestählte Kanzlerpartei reagiert. Faymann selbst ist auf Tauchstation. Das Dauergrinsen scheint ihm vergangen zu sein. Unter Journalisten halbprominente Figuren aus der dritten Parteireihe werden geopfert. Zukunftshoffnung Laura Rudas hofft, dass sie fesch bleibt und an ihr nicht auch das vor allem unter ihren schwarzen Kolleginnen weit verbreitete Politfrauen-Syndrom wie schmaler, bitterer Mund, kleine stechende Knopfaugen und daueraggressive Stimmlage – Morbus Fuhrmannis — diagnostiziert wird. Und was macht der Chef in dieser Situation?
Er macht genau jenen 73-jährigen Strohmann, über den die Wiener Stadtroten indirekt den Hauptnutznießer der von Steuergeld bezahlten Jubelinserate, ‘Heute’, kontrollieren, zum Wächter über die SPÖ-Finanzen.
Liebe österreichische Politiker der roten und schwarzen Farbe… dieser Blogschreiber mag ja kein mit allen Wassern gewaschener PR-Profi wie etwa Tankstellenpächter Meischberger sein. Aber eines ist sicher: Wenn diese korrupten Eitergeschwüre nicht baldigst ausgebrannt werden, hat das Kabinett Strache I 2013 nicht nur die Kanzlerschaft, sondern auch eine absolute Mehrheit. Und das Bitterste daran ist, dass es von Tag zu Tag, von Skandal zu Skandal und von Steuerzahltermin zu Steuerzahltermin schwerer wird, den Wählern die vollkommene Ignoranz der braunen Bremsspuren in der blauen Unterwäsche übelzunehmen.
Was haben wir gezittert, gebangt, jedes sogenannte Gerücht akribisch verfolgt, Mockups aus Styropor gebastelt, auf das nächste Jesusphone gehofft. Und dann das: ein iPhone 4S, das jetzt flüssiger als flüssig läuft und, hurra, mit der Stimme gesteuert werden kann. Da ergeben sich jetzt Probleme für gewisse Kreise. In denen ist es doch total super, auch schon während der üblichen ‚Lieferengpässe’ am Anfang das begehrte Teil herumzufuchteln. Das zeigt, dass man schnell und schlau ist und Connections hat. Aber was jetzt mit dem? Die ‚Lieferengpässe’ wird es wieder geben, aber der einzige Wiedererkennungswert bei Vapiano’s ist, wenn man wie eine Vollgurke in das Handy reinredet. One Seidl at current location please in die App gesprochen, schon zischt das Kommando rund im die ganze Welt, wird in zehn Schnüffel-Rechenzentren gespeichert und kommt schließlich fünf Meter weiter beim Kellner an. Hurra!
:(
Mein Soundtrack der letzten 20 Jahre. Verdammt, verdammt schade. Aber zumindest haben sich die Jungs aus Georgia mit einem sensationellen Album verabschiedet.
Und weil er gerade wieder einmal Hochbetrieb hat mit dem Herbeibeten des wirtschaftlichen Zusammenbruches mit anschließender Wiederauferstehung mit Gold (das er selbst über seine Links verkauft hat), hier der heutige Cartoon, der hartgeld.com ‚zugesendet’ wurde. Daran kann man recht deutlich erkennen, welch Geistes Kind dieser Mensch ist. Man beachte auch den schönen Rechtschreibfehler.
Selbstverständlich wird ihm dieser Müll nicht etwa von ihn anbetenden Lesern zugeschickt, er fabriziert ihn ebenso, wie er Antworten auf Fragen schreibt, die er zuvor selbst gestellt und als Leseranfragen ausgegeben hat. Wie jemand diesem Vollidioten noch immer zuhören kann, ist wirklich fraglich. Vermutlich ist es sein eindimensionales Schockgeplärre, das so schön zu den Wikipedia-Ökonomen passt, die sich in diversen Internetforen herumtreiben.
Seit der ORF zum Sturm auf die totale Quote geblasen hat, treiben am Küniglberg seltsame Blüten. Da spielt zum Beispiel einer das Horst-Wessel-Lied auf der Mundharmonika, schöne Lagerfeuer-Landser-Romantik. 574.000 schauen zu (eine katastrophale Quote von 24 Prozent, die das eine oder andere Skandälchen wirklich vertragen kann).
Nun wissen wir ja, dass es ‚solche Leute’ noch immer in rauen Massen gibt. Aber dass der ORF sich brauner Methoden bedienen muss, um im Gespräch zu bleiben, das ist neu. Denn Fakt ist: Da gibt es eine Redaktion, eine Jury, da gibt es Proben, und wer glaubt, dass das alles in bester Reality-Manier ‚unscripted’ ist, der irrt kräftigst. Doch das verbotene Lied wurde erst durch Zuschauerproteste ‚entdeckt’. Aber statt sofort eine prophylaktische PR-Offensive zu starten, lavierte man herum: In der Hauptübertragung wurde eine Passage herausgeschnitten, in der Wiederholung im TV und in der TVThek kommt sie gar nicht mehr vor. Und mit Ostasien waren wir immer im Krieg. Solche Methoden kennt man sonst nicht einmal aus schrillen Privatsender aus Deutschland. Wo man den Kandidaten übrigens aufgrund der… anderen… politischen Kultur von der Bühne gepfiffen hätte.
Zeit, dass man sich besinnt. Zeit für nackte Brüste. Über deren Ästhetik gibt es nämlich keinerlei Interpretationsspielraum.
